Mittwoch, 27. Januar 2016

Borderline #4 ( dunkle Poesie )

Oh, Seelenschmerz, du bittersüsse Sinfonie
im düsterem Nichts, im gestern und im Jetzt
vertrieben, nein vertrieben
wurdest du nie.
Du solltest ehren deine Mutter,
deinen Vater auch,
so wär es richtig,
so wär es Brauch.

Oh, Seelenschmerz konnt dich nie fassen
ein Schnitt, ein Riss, ein Rinnsal Blut
ich wollt dich hassen,
nur das tat gut.

Nun fließen schwarze Tränen
aus hohlen Augen immerfort
muss mich des Denkens schämen
wünsch mich für immer
an einen toten Ort.

Freitag, 15. Januar 2016

Psychologen sind Idioten ?! (Kapitel 37)

Die Tür geht auf.
"Lilly?... Lilly, was machst du da?"
Es ist Johannes' Stimme.
Ich setze mich auf und sehe ihn an.
Er sitzt vor dem Bett auf einem Stuhl.
"Wie geht's dir, Lilly?", fragt Johannes und sieht mich besorgt an.
"Naja... es geht."
"Willst du mir erzählen was passiert ist?"
"Ich... ich weiß es nicht.", bringe ich hervor.
Johannes runzelt die Stirn.
Ich werde nervös. "Ich kann mich an nichts erinnern", ergänze ich.
Er schüttelt langsam den Kopf.
"Wenn du so etwas noch einmal machst, müssen wir dich auf die geschlossene Station bringen, verstehst du? Willst du wirklich weg von den Freunden, die du hier gemacht hast?"
Freunde... Pah! Wer braucht so was schon? Niemand hier ist wirklich mein Freund. Die, die mich nett behandeln haben doch bloß Angst!
"Lilly?", er sieht mich eindringlich an, "Hörst du mir zu?"
"Äh... ja. Klar. So was kommt nicht wieder vor."
"Wenn es dir nicht gut geht oder irgendetwas ist, sprich bitte sofort jemanden an. Mach keine Alleingänge."
"Jaja..."
"Versprich es mir.", sein Blick wird ernst. Ich schlucke. "Ich... verspreche es." Das kommt mir echt schwer über die Lippen.
Sein Gesichtsausdruck wird freundlicher. Innerlich fällt eine Last von mir ab.
"Na gut, Lilly. Für heute bist du von deinen Pflichten befreit. Ab morgen geht es so weiter wie immer."
"Okay..." Uff... ich habe Besendienst; das hätte ich beinahe vergessen. Da habe ich voll keinen Bock drauf. Und eigentlich muss ich wieder zur "Schule". Diese scheiß Schule hier in der Klapse. Mit den anderen Verrückten von der geschlossenen Station in einem Raum. Da geht alles drunter und drüber.
Er steht auf und geht zur Tür.
"Wir sehen uns morgen zu unserem Gespräch, Lilly. Mach bitte keinen Unsinn."
"Okay. Bis morgen", sage ich und versuche zu lächeln.
"Bis morgen, Lilly."
Ich lasse meine Beine vom Bett baumeln.
Das ist doch alles scheiße. Warum kann ich nicht einfach normal sein? Ich mache eine Faust. So fest, dass es weh tut.
Überzeugt davon, dass ich das Richtige tun werde, stehe ich auf, gehe zur Tür und drücke die Klinke herunter.

Weiterlesen? => Psychologen sind Idioten ?! (Kapitel 38)

Donnerstag, 14. Januar 2016

Borderline #3

Gedanken haben viel Zeit
Zeit zu wachsen und einen zu überwältigen
Gefühle haben viel Macht
Macht über unser Handeln, über unser Leben
Ängste haben einen langen Atem
Nur ein kleiner Hauch schmeißt uns um
Trauer hüllt uns in schwarzes Nichts
Ein Nichts ohne Rückkehr
Dunkelheit lullt uns ein
weich und Watte-warm
Der Schmerz ist wohlig
wie eine Decke
Gedanken sind wie Worte
Worte die zu einer Geschichte werden
aber nur wenn man zuvor Sätze gelebt hat.