Dienstag, 26. Mai 2015

Regen

Ich weiß noch genau, wie es begann.
Ich hatte mich geschminkt, meine neuen Klamotten angezogen, hatte schon die Türklinke in der Hand und dann ist es wieder passiert.
Unfähig mich zu bewegen, ich bekam einfach keine Luft mehr.
Ich zitterte so stark, das mir der Schlüssel aus der Hand auf den Boden fiel.
Der Schweiß lief mir am Hals runter, ich konnte nicht mehr klar denken.
Ein halbes Jahr habe ich mich in der Psychiatrie darauf vorbereitet.
Die Tabletten habe ich immer genommen, bin zu den Sitzungen gegangen, habe mich geöffnet, habe geübt und mich begleiten lassen.
Jetzt sitze ich hier, in meinem Hausflur und kann nicht rausgehen, kann nicht leben.
Ich höre den Regen.
Ich höre den Regen in meiner Seele.
In meinem Leben regnet es ohne Ende.

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