Dienstag, 29. Juli 2014

Psychologen sind Idioten ?! (Kapitel 34)

Ich muss wohl wieder eingeschlafen sein, denn als ich aufwache ist Ute weg.
Neben meinem Bett steht Mechthild.
"Was gibt's denn ?", frage ich sie - wohl eine Spur zu unfreundlich.
"Hier, nimm deine Tabletten.", sagt sie trocken und drückt mir Tablette und ein Glas Wasser in die Hand.
Scheiß Klapse, scheiß Tabletten, scheiß Leben.
"Wird das heute noch was?"
Ich nehme die Tablette in den Mund, verstecke sie unter meiner Zunge und trinke einen Schluck Wasser.
Zufrieden verlässt die Betreuerin den Raum.
Ohne darüber nach zu denken reisse ich den Verband von meinem Arm.
Langsam streiche ich über die Naht. Es tut gar nicht weh.
Was ist denn nur passiert? Ich kann mich nicht erinnern.
Bin ich denn wirklich bekloppt ? Eigentlich will ich doch leben oder nicht?
Es wird warm an meinen Fingern, ich spüre ein leichtes Brennen - ich blute.
Warum blute ich?!
Panisch fange ich an zu rufen: "Hallo? Ist da wer?"
Eine Betreuerin, die ich noch nie zuvor gesehen habe betritt den Raum.
"Was ist los?", fragt sie und sieht mich ernst an.
"Ich glaube, ich blute", meine Stimme piepst und mir wird augenblicklich schlecht.
"Du hast dir die Naht aufgerissen, was hast du nur getan?", sie wirkt hektisch und ruft mit ihrem Handy den Arzt.
Mit einer Hand versucht sie die Blutung zu stillen, mit der anderen Hand hält sie ihr Telefon.
Ich versinke im Nebel und wie durch Watte höre ich aufgeregte Stimmen.
Soviel Aufregung wegen dem bisschen Blut, denke ich, bevor ich in die Dunkelheit gezogen werde.

Plötzlich sehe ich mich selbst von oben auf einer Bahre in einem Raum liegen.
Sieht aus wie ein Operationssaal.
Ich höre dieses ekelhafte Piepen von dem Gerät, das den Herzschlag misst. Wie hieß das noch mal? - Pulsoximeter?
Das Geräusch wirkt unregelmäßig.
Alle sind total aufgebracht und hektisch.
"Wenn Sie noch mehr Blut verliert, verlieren wir sie!"
Eine Schwester läuft hektisch weg. Weniger als eine halbe Minute später wird mir Blut von jemand anderem in die Adern gepumpt. Ekelhaft.
Meine Augen sind halb offen und nach oben gerollt.
Der Arzt hantiert mit verschiedenen Werkzeugen, die ich nicht benennen kann an meinem Arm rum und versucht, ihn zusammen zu flicken.
Zwischendurch wird das viele Blut, das aus der Wunde herausläuft abgetupft.

Neben mir steht außer dem Arzt und zwei Frauen noch jemand anderes.
Das blonde Mädchen. Die anderen scheinen sie nicht zu bemerken.
Sie scheinen nicht zu wissen, dass sie existiert. Sie laufen durch sie hindurch.
Bin ich verrückt?...
Regungslos liege ich auf der Bahre, während sie mir über die Wange streichelt.

Dem Arzt wird Schweiß von der Stirn getupft. Es scheint eine schwierige Operation zu sein.
Von der kleinen Schere? So schlimm kann es doch gar nicht sein!
Nach einer Ewigkeit senkt der Mann erschöpft den Kopf.
Es wird totenstill. 
Alle starren mich - oder zumindest meinen Körper an.
Bin ich tot? Ist alles in Ordnung mit meinem Körper? Warum sagt niemand was?

Ich fühle mich unglaublich leicht und so gut wie noch nie...

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