Samstag, 24. Mai 2014

Psychologen sind Idioten ?! (Kapitel 33)

Aus weiter Ferne höre ich dumpf ein paar Stimmen...
"Ich weiß auch nicht, wie sie durch die Tür gekommen ist. Ich dachte, Samuel hätte alles unter Kontrolle. Aber anscheinend war die Türverriegelung defekt."
"Mag sein. Aber es muss doch auffallen, wenn eine Patientin plötzlich verschwindet!"

Die Stimmen verstummen.
Ich fasse mir an meinen schmerzenden Schädel.
Mann, was ist bloß wieder passiert?
Wäre ich einfach in meinem Zimmer geblieben, würde mir nicht alles weh tun.
Oder war das bloß ein Traum?
Keine Ahnung.

Ich öffne meine Augen.
Der Raum ist mir fremd. Er ist so weiß...
Es vermittelt mir einen Hauch von Kälte.
Wo bin ich? Was ist denn überhaupt passiert?
Ich versuche mich aufzusetzen, doch mein Versuch scheitert. Mir tut alles weh. So höllisch weh.
Ich mustere noch einmal den Raum.
Das muss das Krankenzimmer der Station sein.
Ich lege mich auf die Seite.
Liegen fühlt sich gerade so gut an...
Aber mir ist so verdammt kalt.
Meine Augen werden nach kurzer Zeit schwer und schon schlafe ich ein.

"Lilly, du Vollidiot!", höre ich jemanden rumbrüllen.
Ich kenne diese unglaublich nervige Stimme doch. Das ist bestimmt diese Ute.
Ist die behindert? Merkt die nicht, wie scheiße es mir gerade geht und ich so was gerade überhaupt nicht gebrauchen kann?
Rasch schlagen meine Augen auf und ich gucke sie wütend an.
"Mann, Ute. Was stimmt mit dir nicht? Warum musst du mich so aus den Schlaf brüllen?!", schreie ich sie an.
Die Schmerzen kommen sofort zurück und ich krümme mich.
"Warum ich dich aus den Schlaf brülle?!", schreit sie zurück, "Du scheiß Idiotin wolltest dich umbringen! Deshalb brülle ich dich an!"

Die denken alle ernsthaft, ich wollte mich umbringen?
Sind die wirklich alle so dumm, wie ich denke?

"Ich? Mich umbringen? Bist du behindert?"
"Erzähl das dem Weihnachtsmann! Die Überwachungskamera sagt da was anderes."
"Wie jetzt?", frage ich verdutzt, "Ich schwöre bei meinem verdammten Leben, mich hat man überwältigt und entführt und da war dann dieses Päckchen..."
Ich erzähle zu viel. Ich sollte auf jeden Fall meine Fresse halten.
"Was für ein Päckchen? Du standest da einfach und hast dir mit einer Scherze am Arm rumgeschnitzt! Kein Päckchen, keine andere Person.
Nur du und die Schere. Und wie auch immer du an den Nachtwachen vorbei und DURCH die geschlossene Tür gekommen bist."
Ich sehe nachdenklich auf meinen verbundenen Arm.
Dann schaue ich zu ihr auf.
"Und wie auch immer DU an das Band der Überwachungskamera gekommen bist."
Sie seufzt und setzt sich neben mich.
"Ich hatte Angst um dich, Lilly... Bitte mach das nie wieder."
Ihre Hand streicht durch meine Haare und ihr Blick trifft den meinen.
Ich sehe die Sorgen in ihren Augen.

Sie macht sich um mich Sorgen?
Um MICH?
Ich bin es nicht wert, dass jemand davor Angst hat, ob ich jetzt sterbe oder nicht.
Ich bin einfach da, aber ebenso wenig nicht.
Niemand braucht mich, ich brauche niemanden.
So ist es schon lange, so wird es immer sein. Nie anders.

Weiterlesen? => Psychologen sind Idioten ?! (Kapitel 34)

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