Montag, 28. April 2014

Psychologen sind Idioten ?! (Kapitel 30)

Ein schwacher Windhauch lässt mich zusammenzucken.
Ich sehe aus den Augenwinkeln blondes Haar und ertappe mich dabei,
wie ich mein eigenes Haar mit den Fingern durchkämme.
Ich starre in den Spiegel.
Was ich dort sehe lässt mein Herz aufhören zu schlagen.
Die Angst überwältigt mich und ich zittere am ganzen Körper.
Ich habe die Kontrolle verloren.

"Kommst du jetzt endlich zum Essen?"
Die Stimme ist mir vertraut, eine sanfte, fröhliche Stimme.
Kai steht vor mir und sieht mich erwartungsvoll an.
"Komm doch, bitte!",sagt er.
"Ich habe aber gar keinen Hunger. Muss ich denn?"
"Ja, du musst, mir zuliebe, ok?"
"Na gut, du lässt mich ja sonst eh nicht in Ruhe."
Schweigend gehen wir in die Küche.
Ich riskiere einen Blick in Kais Richtung. Er ist echt toll. Was er wohl über mich denkt...
Bestimmt nichts Gutes, so wie ich drauf bin kann man es ihm auch nicht verübeln.
Ich finde mich ja selber scheiße und so wie ich aussehe...
Er hat bestimmt schon eine tolle Freundin.
So eine mit langen blonden Haaren, langen Beinen und immer gestylt.

Ich lasse mich auf den Stuhl fallen und stochere in dem Essen herum.
So ein bekloppter Tag.
So ein beschissen-bekloppter Tag.

Gefühlte Stunden später, stehe ich einfach auf und verschwinde in meinem Zimmer.
Ich fühle mich leer und erschöpft; wie ausgesaugt.
Eine bleiernde Müdigkeit überkommt mich.
Ich muss wohl eingeschlafen sein, denn als ich wieder aufwache ist es schon dunkel.
Ich starre in die Dunkelheit, eigentlich habe ich Angst im Dunkeln.
Ein leises Scharren, wie Fingernägel, die an der Wand entlanggleiten, lässt meine Angst noch wachsen.
Das Geräusch wird lauter, bedrohlicher.
Schlafe ich vielleicht noch?
Angestrengt starre ich in die Dunkelheit, unfähig mich zu bewegen.
Das Atmen fällt mir schwer, ich unterdrücke den Schluckreflex.
Was ist das für ein fürchterliches Geräusch?
"Lilly, Lilly, hörst du mich?!"
"Lilly, komm zu mir, hilf mir! Lass mich nicht allein hier, du bist doch mein Mädchen."

Die Stimme lässt mir Tränen in die Augen schießen.
Plötzlich bin ich wieder ein kleines Mädchen und der Baum vor meinem Fenster wiegt sich sanft im Wind hin und her.

Weiterlesen? => Psychologen sind Idioten ?! (Kapitel 31)

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