Freitag, 18. April 2014

Psychologen sind Idioten ?! (Kapitel 28)

Ich schaue zu meiner Mutter und warte auf ihre Reaktion.
"Sind Sie sich da sicher?", fragt sie Johannes mit ungläubigem Blick.
"Ja, sehr sicher. Anfangs war ich ebenso skeptisch wie Sie, aber ihr bisheriges Verhalten in der letzten Zeit hat diese Thesen bestätigt. Wir hatten ebenso gehofft, es würde besser werden...
Jedoch ist es das genaue Gegenteil. Es wird immer schlimmer", erklärt er.

Was wird schlimmer? Etwa mein Verhalten?
Manchmal frage ich mich, was die hier alle geraucht haben.
Wie soll man sich denn bei den ganzen Bekloppten hier normal verhalten?!

"Verstehe...", meint meine Mutter und zieht eine Augenbraue hoch, bei der ich mir noch nicht einmal sicher bin, ob sie nun echt ist oder bloß aufgemalt ist. 
"War das alles?"
"Äh... Ja. So in etwa. Lilly sollte außerdem noch ein paar Monate hier verweilen.
Meine Kollegen und ich werden uns diesbezüglich noch beraten. Ich werde Ihnen weitere Informationen zukommen lassen."
Meine Mutter und Johannes stehen auf und gehen in Richtung Tür.
Und ich, ich sitze noch auf diesem Stuhl. Diesem kratzigen Scheißding.
Gedankenlos starre ich Löcher in die Luft und merke allmählich, wie mir schwarz vor Augen wird.

Als ich meine Augen aufmache, finde ich mich auf meiner Mutter vor.
Ich halte eine Schere in der Hand und halte sie ihr an den Hals.
Johannes steht wie angewurzelt neben mir. Als wüsste er nicht, was er tun soll.

Ich sehe die Angst in den Augen meiner Mutter. Diese Angst... Irgendwie macht es mich
glücklich. Die Panik davor, damit zu enden, von der eigenen Tochter die Kehle aufgestochen
zu kriegen.
Aber ist das gut so? Sollte ich meiner Mutter wirklich so was derartiges antun?
Wollte ich ursprünglich nicht, dass alles wieder gut wird und ich aus dieser Bruchbude rauskomme?
Dass ich wieder zu Hause sein kann, um wieder diesen kitschigen Schlafanzug zu tragen
und dieses köstliche Essen meiner Mutter zu genießen? Dass ich mich wieder entspannen kann?

Meine Augen fangen an zu brennen und ich lege die Schere beiseite.
Mal wieder muss ich heulen.
Warum bin ich nur so schwach?
Wie ein Wasserfall laufen Tränen an meinem Gesicht herunter.

Auf einmal zieht mich jemand ruckartig nach oben.
Es ist Johannes. Er hält mich fest und sieht mich mit seinen durchdringenden Augen
an. Dieser Blick beruhigt mich irgendwie auf gewisse Art und Weise.

Aber... irgendwas stimmt nicht.
Woher kommt das Mädchen, was sich hinter Johannes befindet?
Ich sehe mich hektisch um und versuche, Johannes' Griff zu lösen mit meiner ganzen Kraft.
Plötzlich höre ich ein lautes Rauschen, welches sich grässlicher als so manch andere Geräusche anhört. Es fühlt sich so an, als würden meine Ohren zerfetzt werden.
Gerade, als das Rauschen verstummt, höre ich, wie jemand mit mir redet:
"Lilly, willst du das? Willst du, dass das so endet?"

Bin ich wirklich so bekloppt, wie andere behaupten, oder weshalb höre ich mittlerweile, wie
irgendwelche nicht existierenden Weiber mit mir reden?
Mir wird wieder schwarz vor Augen und ich falle zu Boden.

Weiterlesen? => Psychologen sind Idioten ?! (Kapitel 29)  

[Gastbeitrag von Lillith]

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