Montag, 24. März 2014

Psychologen sind Idioten ?! (Kapitel 26)

Völlig übermüdet wache ich auf - mein Arm tut höllisch weh.
Als ich die Augen öffne, sehe ich Ute neben mir in meinem Bett liegen - auf meinem Arm.
Ich ziehe ihn langsam und vorsichtig unter ihr weg.

Wenn sie aufwacht, brüllt sie bestimmt wieder rum. Das kann ich am frühen Morgen gar nicht gut vertragen.
Ich klettere leise über sie rüber und gehe in's Bad.
Den Blick in den Spiegel hätte ich besser nicht riskiert - dunkle Ringe unter meinen Augen, meine Haut noch blasser als sonst. Zerzaustes, dunkelbraunes, schulterlanges Haar, fett wie immer und ein riesiger, hässlicher Pickel auf der Stirn. Verdammt, bin ich hässlich.
In solchen Momenten wünschte ich mir, ich hätte wie andere Weiber 100 Kilo Schminke, die ich mir in die Fresse klatschen kann. Aber eigentlich finde ich das ekelhaft.
Nachdem ich im Bad fertig bin, klettere ich wieder über Ute ins Bett.
Dass es recht eng ist, ist mir egal. Ich bin eh kurz davor, im Stehen einzuschlafen.
Außerdem ist Ute eh nur ein halbes Hemd - wegen ihrer Magersucht.

Als ich aufwache, ist Ute verschwunden und die Sonne scheint in das Zimmer.
Als wäre die Sonne noch nicht schlimm genug, klopft es jetzt auch noch an der Tür.
Die wissen doch, dass ich schlecht drauf bin, wenn ich gerade aufgewacht bin.
"Was ist denn?!", schreie ich.
Mechthild öffnet die Tür und kommt rein.
"Ich hab' nicht gesagt 'Herein.', ich habe gesagt: 'Was ist denn?!' - aber ist ja jetzt auch egal...", murmele ich.
Sie wirft mir einen verständnislosen Blick zu und sagt: "Es ist Nachmittag. Du hast schon wieder eine Mal-Therapie verpasst. Wenn du so weitermachst, bekommst du eine Ausgangssperre." - "Willst du mich verarschen? Was kann ich dafür, wenn mich in diesem Saftladen keiner weckt?"
Einen Moment lang starren wir uns gegenseitig an.
Dann sagt sie ruhig: "Ich habe dich drei mal geweckt. Jedes Mal hast du einfach weitergeschlafen."

Daran kann ich mich irgendwie gar nicht erinnern...
"Oh...", sage ich verlegen.
"Steh jetzt bitte auf, du hast in einer halben Stunde dein Gespräch bei Johannes. Das ist wirklich wichtig...
Deine Mutter wird auch dabei sein.
Es sei denn, du willst deine Diagnose nicht hören."
Ach du scheiße, das ist ja heute. Und meine Mutter ist auch noch dabei...
Mal sehen, was die sich für einen Quatsch ausgedacht haben.
Immerhin kreuze ich bei den ganzen Tests und Stimmungskurven einfach nur irgendein Zeug an.
Hauptsache, die drehen mir nicht schon wieder irgendwelche Tabletten an.

Bevor ich es merke, ist Mechthild schon wieder verschwunden.
Merkwürdige Frau. Ich mag sie nicht.
Und während ich mir die Zähne putze, denke ich darüber nach, wie ich sie am effektivsten loswerden könnte...

Weiterlesen? => Psychologen sind Idioten ?! (Kapitel 27)

Keine Kommentare :

Kommentar veröffentlichen