Donnerstag, 13. November 2014

Schlechte Nachrichten

Erschütternde Nachrichten überfluten uns Tag für Tag durch unzählige Medien.
Bulgaren, die in Abrisshäusern wohnen müssen, weil sie das bisschen Geld, was sie hier durch Flaschensammeln verdienen, nach Hause schicken.
Junge Menschen schließen sich so genannten "Freiheitskämpfern" an, um für den Glauben oder sonst was andere abzuschlachten.
Epidemien kriechen langsam über unsere Erde - naja, die haben das schon im Griff! Oder?

Vor gefühlten hundert Jahren gab es viele dieser Nachrichten nicht. Oder hat sie nur niemand erzählt und verbreitet?
Wo sind die jungen Leute, die gerne feiern oder die das Leben einigermaßen erträglich finden?

Und übrigens, wenn ich in einem anderen Land wohne und mein verdientes Geld woanders hinschicke, ich glaube, dann muss ich auch unter der Brücke wohnen. Aber vielleicht lerne ich dann auch schneller die Landessprache so unter den einheimischen armen Leuten.
Wo sind die jungen Menschen, die noch gerne leben?

Ich glaube, ich werde langsam alt.

Dienstag, 11. November 2014

Mal eine dumme Stromfrage!

Geht das Licht wirklich aus, wenn wir den Kühlschrank oder die Gefriertruhe zu machen?
Oder stecken die Hersteller der Geräte mit den großen Stromkonzernen unter einer Decke?
Ist vielleicht nur deshalb meine Stromrechnung so hoch, weil die Lämpchen einfach weiterbrennen?
Stimmt es, dass Öko-Strom teurer ist, als der altbekannte Strom?
Wer wird dadurch reich?
Wir, die Konzerne oder Alle, weil wir durch "Ökostrom" die Umwelt schützen?
Kann mir vielleicht irgendwer mal richtig erklären, warum unsere Umwelt trotzdem schon so kaputt ist?
Frage ich zu viel?

Mittwoch, 1. Oktober 2014

Psychologen sind Idioten ?! (Kapitel 35)

Immer noch habe ich das seltsame Gefühl der Schwerelosigkeit.
Kann das denn alles wahr sein? Bin ich total durchgeknallt?
Das blonde Mädchen, die Schere, die OP?
Ist das alles Realität oder ist das meinem krankem Hirn entsprungen?
So eine große Scheiße! Ich weiß nichts mehr.
Kann es sein, dass ich den Irrsinn von meinem Vater geerbt habe?
Kann man Irre-sein erben?
Ich wünschte, Johannes wäre hier, ihn könnte ich fragen.
Er ist ja schließlich vom Fach, er kennt sich doch mit Bekloppten aus.
Mein Kopf dröhnt vom vielem Nachdenken oder denke ich gar nicht nach?
Bin ich denn überhaupt noch hier?
Ich versuche mich zu konzentrieren. Nein, ich klebe nicht mehr an der Decke.
Wieder zurück in meinem Körper.
Ist das ein gutes oder ein schlechtes Zeichen?
Auch das blonde Mädchen ist nicht mehr hier, ich höre auch niemanden mehr reden.
Alles ist wie in Watte gehüllt, so dumpf und unwirklich.
Ich fühle mich einsam und mir ist kalt, furchtbar kalt.

Ein zaghaftes Klopfen weckt mich aus meinem Dämmerzustand und ich versuche meine Augen zu öffnen. Ich warte und da ist es wieder. Dieses leise Klopfen.
Mein Mund ist staubtrocken und ich kriege kein Wort heraus. Mir bleibt nichts anderes übrig als zu warten. Ich starre wie gebannt auf die Türklinke.
Nichts passiert. Totenstille.
Langsam versuche ich aus dem Bett zu steigen und mir wird sofort schwarz vor den Augen. Schnell lege ich mich wieder hin und konzentriere mich auf meine Atmung.
Ein, aus, ein, aus, jetzt müsste es gehen, denke ich und schlage die Decke zur Seite.
Wieder klopft es, aber diesmal lauter und stärker.
Ich bin fast an der Tür, als diese mit einem Ruck aufgestoßen wird.
Fast bleibt mir das Herz stehen, mein Puls rast und Tränen der Erleichterung schießen mir in die Augen.
"DU?", flüstere ich.
"Hallo Lilly. Wie geht es dir?", sagt er und ich bin plötzlich glücklich wie noch nie zuvor in meinem Leben.


Weiterlesen? => Psychologen sind Idioten ?! (Kapitel 36)

Dienstag, 29. Juli 2014

Psychologen sind Idioten ?! (Kapitel 34)

Ich muss wohl wieder eingeschlafen sein, denn als ich aufwache ist Ute weg.
Neben meinem Bett steht Mechthild.
"Was gibt's denn ?", frage ich sie - wohl eine Spur zu unfreundlich.
"Hier, nimm deine Tabletten.", sagt sie trocken und drückt mir Tablette und ein Glas Wasser in die Hand.
Scheiß Klapse, scheiß Tabletten, scheiß Leben.
"Wird das heute noch was?"
Ich nehme die Tablette in den Mund, verstecke sie unter meiner Zunge und trinke einen Schluck Wasser.
Zufrieden verlässt die Betreuerin den Raum.
Ohne darüber nach zu denken reisse ich den Verband von meinem Arm.
Langsam streiche ich über die Naht. Es tut gar nicht weh.
Was ist denn nur passiert? Ich kann mich nicht erinnern.
Bin ich denn wirklich bekloppt ? Eigentlich will ich doch leben oder nicht?
Es wird warm an meinen Fingern, ich spüre ein leichtes Brennen - ich blute.
Warum blute ich?!
Panisch fange ich an zu rufen: "Hallo? Ist da wer?"
Eine Betreuerin, die ich noch nie zuvor gesehen habe betritt den Raum.
"Was ist los?", fragt sie und sieht mich ernst an.
"Ich glaube, ich blute", meine Stimme piepst und mir wird augenblicklich schlecht.
"Du hast dir die Naht aufgerissen, was hast du nur getan?", sie wirkt hektisch und ruft mit ihrem Handy den Arzt.
Mit einer Hand versucht sie die Blutung zu stillen, mit der anderen Hand hält sie ihr Telefon.
Ich versinke im Nebel und wie durch Watte höre ich aufgeregte Stimmen.
Soviel Aufregung wegen dem bisschen Blut, denke ich, bevor ich in die Dunkelheit gezogen werde.

Plötzlich sehe ich mich selbst von oben auf einer Bahre in einem Raum liegen.
Sieht aus wie ein Operationssaal.
Ich höre dieses ekelhafte Piepen von dem Gerät, das den Herzschlag misst. Wie hieß das noch mal? - Pulsoximeter?
Das Geräusch wirkt unregelmäßig.
Alle sind total aufgebracht und hektisch.
"Wenn Sie noch mehr Blut verliert, verlieren wir sie!"
Eine Schwester läuft hektisch weg. Weniger als eine halbe Minute später wird mir Blut von jemand anderem in die Adern gepumpt. Ekelhaft.
Meine Augen sind halb offen und nach oben gerollt.
Der Arzt hantiert mit verschiedenen Werkzeugen, die ich nicht benennen kann an meinem Arm rum und versucht, ihn zusammen zu flicken.
Zwischendurch wird das viele Blut, das aus der Wunde herausläuft abgetupft.

Neben mir steht außer dem Arzt und zwei Frauen noch jemand anderes.
Das blonde Mädchen. Die anderen scheinen sie nicht zu bemerken.
Sie scheinen nicht zu wissen, dass sie existiert. Sie laufen durch sie hindurch.
Bin ich verrückt?...
Regungslos liege ich auf der Bahre, während sie mir über die Wange streichelt.

Dem Arzt wird Schweiß von der Stirn getupft. Es scheint eine schwierige Operation zu sein.
Von der kleinen Schere? So schlimm kann es doch gar nicht sein!
Nach einer Ewigkeit senkt der Mann erschöpft den Kopf.
Es wird totenstill. 
Alle starren mich - oder zumindest meinen Körper an.
Bin ich tot? Ist alles in Ordnung mit meinem Körper? Warum sagt niemand was?

Ich fühle mich unglaublich leicht und so gut wie noch nie...

Weiterlesen? => Psychologen sind Idioten ?! (Kapitel 35)

Samstag, 24. Mai 2014

Psychologen sind Idioten ?! (Kapitel 33)

Aus weiter Ferne höre ich dumpf ein paar Stimmen...
"Ich weiß auch nicht, wie sie durch die Tür gekommen ist. Ich dachte, Samuel hätte alles unter Kontrolle. Aber anscheinend war die Türverriegelung defekt."
"Mag sein. Aber es muss doch auffallen, wenn eine Patientin plötzlich verschwindet!"

Die Stimmen verstummen.
Ich fasse mir an meinen schmerzenden Schädel.
Mann, was ist bloß wieder passiert?
Wäre ich einfach in meinem Zimmer geblieben, würde mir nicht alles weh tun.
Oder war das bloß ein Traum?
Keine Ahnung.

Ich öffne meine Augen.
Der Raum ist mir fremd. Er ist so weiß...
Es vermittelt mir einen Hauch von Kälte.
Wo bin ich? Was ist denn überhaupt passiert?
Ich versuche mich aufzusetzen, doch mein Versuch scheitert. Mir tut alles weh. So höllisch weh.
Ich mustere noch einmal den Raum.
Das muss das Krankenzimmer der Station sein.
Ich lege mich auf die Seite.
Liegen fühlt sich gerade so gut an...
Aber mir ist so verdammt kalt.
Meine Augen werden nach kurzer Zeit schwer und schon schlafe ich ein.

"Lilly, du Vollidiot!", höre ich jemanden rumbrüllen.
Ich kenne diese unglaublich nervige Stimme doch. Das ist bestimmt diese Ute.
Ist die behindert? Merkt die nicht, wie scheiße es mir gerade geht und ich so was gerade überhaupt nicht gebrauchen kann?
Rasch schlagen meine Augen auf und ich gucke sie wütend an.
"Mann, Ute. Was stimmt mit dir nicht? Warum musst du mich so aus den Schlaf brüllen?!", schreie ich sie an.
Die Schmerzen kommen sofort zurück und ich krümme mich.
"Warum ich dich aus den Schlaf brülle?!", schreit sie zurück, "Du scheiß Idiotin wolltest dich umbringen! Deshalb brülle ich dich an!"

Die denken alle ernsthaft, ich wollte mich umbringen?
Sind die wirklich alle so dumm, wie ich denke?

"Ich? Mich umbringen? Bist du behindert?"
"Erzähl das dem Weihnachtsmann! Die Überwachungskamera sagt da was anderes."
"Wie jetzt?", frage ich verdutzt, "Ich schwöre bei meinem verdammten Leben, mich hat man überwältigt und entführt und da war dann dieses Päckchen..."
Ich erzähle zu viel. Ich sollte auf jeden Fall meine Fresse halten.
"Was für ein Päckchen? Du standest da einfach und hast dir mit einer Scherze am Arm rumgeschnitzt! Kein Päckchen, keine andere Person.
Nur du und die Schere. Und wie auch immer du an den Nachtwachen vorbei und DURCH die geschlossene Tür gekommen bist."
Ich sehe nachdenklich auf meinen verbundenen Arm.
Dann schaue ich zu ihr auf.
"Und wie auch immer DU an das Band der Überwachungskamera gekommen bist."
Sie seufzt und setzt sich neben mich.
"Ich hatte Angst um dich, Lilly... Bitte mach das nie wieder."
Ihre Hand streicht durch meine Haare und ihr Blick trifft den meinen.
Ich sehe die Sorgen in ihren Augen.

Sie macht sich um mich Sorgen?
Um MICH?
Ich bin es nicht wert, dass jemand davor Angst hat, ob ich jetzt sterbe oder nicht.
Ich bin einfach da, aber ebenso wenig nicht.
Niemand braucht mich, ich brauche niemanden.
So ist es schon lange, so wird es immer sein. Nie anders.

Weiterlesen? => Psychologen sind Idioten ?! (Kapitel 34)

Donnerstag, 22. Mai 2014

Neurodermitis und Impfungen - ein Zusammenhang?

Vor einigen Wochen habe ich mit meinen Eltern über eine, bei mir auftretende, chronische Erkrankung gesprochen: Neurodermitis.

Ein bisschen was zu Neurodermitis:

Neurodermitis (Atopische Dermatitis oder Atopisches Ekzem) ist eine nicht ansteckende chronische Hautkrankheit, die sehr häufig im Kindesalter schon auftritt. Sie äußert sich durch schuppige, sehr trockene, stark juckende Stellen an der Haut. Häufig betroffen sind Kniekehlen, die Innenseiten der Ellenbogen und diverse Hautfalten. Natürlich kann der Ausschlag auch an allen anderen Stellen auftreten. Im Kindesalter hatte ich beispielsweise sehr starken Ausschlag auf den Augenlidern. (möglicherweise vorstellbar unangenehm)

Bis heute sind Ursachen der Erkrankung vollkommen ungeklärt.

Nun, zum Zeitpunkt des Gesprächs mit meinen Eltern hörte ich in meinem Leben das erste Mal davon:
kurz nachdem ich geimpft wurde, begann der Ausschlag.
Außerdem bekam ich viele Allergien (Heuschnupfen, Pollenallergie, Stauballergie, Allergie gegen Milchprodukte, ...)

Viele Leute sehen eine Krankheit wie Neurodermitis möglicherweise als harmlos an. - Ich hätte es damals beinahe nicht überlebt. Der Ausschlag an meinen Händen war so stark, dass meine Haut völlig zerstört war, was den Juckreiz nicht gelindert hat. Den Rest kann man sich bei einem kleinen Kind denken: offene, sehr langsam heilende, Wunden an den Händen. Daraus folgte eine schwere Infektion, woraufhin ich im Krankenhaus lag. Ein stark betroffener Finger sollte mir daraufhin abgenommen werden, was zu meinem Glück, von meinen Eltern nicht zugelassen wurde.
Über die Jahre verbesserte sich mein Krankheitsbild.
Und ich muss sagen, viele der Allergien, die ich damals hatte sind zum Teil deutlich schwächer geworden (ohne jegliche Therapie). Trotz meiner Allergie gegen jegliche Milchprodukte habe ich schon immer viel Milch getrunken, Käse gegessen, etc. - heute merke ich nichts mehr von dieser Allergie. Gegen sehr starken Ausschlag hat mir damals das Baden in Milch, etc. sehr geholfen.
Der Ausschlag tritt heute nur noch schubweise auf. Hauptsächlich an meinen Händen.

Zurück zum Ursprünglichen Thema:
Nach einigen Recherchen im Internet traf es mich wie ein Hammer: nicht nur bei mir trat Neurodermitis direkt nach diversen Impfungen auf. Sehr viele Mütter, deren Zahl ich nicht schätzen kann, berichten davon.

Natürlich gibt es auch diverse Menschen, die das Gegenteil behaupten. Ich kann nicht beweisen, dass Neurodermitis oder diverse Allergien durch irgendwelche Impfungen ausgelöst werden.
Aber das kann die Pharmaindustrie selbst:

Ausschnitte aus Beipackzetteln von Impfstoffen:

Häufigkeiten pro Dosis

INFANRIX HEXA (6fach Impfstoff) GlaxoSmithKline GmbH



(http://www.ema.europa.eu/docs/de_DE/document_library/EPAR_-_Product_Information/human/000296/WC500032505.pdf, Seite 6, 7)

SYNFLORIX (Pneumokokken-Impfung) GlaxoSmithKline



(http://www.ema.europa.eu/docs/de_DE/document_library/EPAR_-_Product_Information/human/000973/WC500054346.pdf, Seite 7)

BEXSERO (Meningokokken-B-Impfung) Novartis 



(http://www.ema.europa.eu/docs/de_DE/document_library/EPAR_-_Product_Information/human/002333/WC500137881.pdf, Seite 7)

VARIVAX (Windpocken-Impfung) Sanofi Pasteur


(http://www.pharmazie.com/graphic/A/00/2-00300.pdf, Seite 2)

Hierbei muss man verstehen, dass dies nur wirklich kleine Ausschnitte aus der Liste der Nebenwirkungen sind. Wer es genau wissen will, kann sich die Packungsbeilagen auf der jeweiligen Seite ansehen.

Ansonsten gibt es hier eine umfangreiche Liste von Beipackzetteln zu Impfstoffen: http://www.impfkritik.de/fachinfo/

Bis heute gibt es keinen wissenschaftlichen Nachweis darüber, dass Impfungen in irgendeiner Art und Weise krankheitshemmend oder immunstärkend sind.
- Wer entsprechende Beweise oder Nachweise hat, solle sie mir bitte vorlegen. Nach etlichen Wochen Recherchen habe ich leider keine finden können; und ich muss sagen, ich bin und war kein Gegner von Impfungen, aber das alles zu wissen, bereitet mir Unbehagen.

Ich kann nicht verstehen, warum jemand seinem Kind eine Injektion von etwas verabreichen lässt, worüber er sich selbst nicht informiert hat und nicht die geringste Ahnung davon hat, ob das überhaupt etwas bringt und welche Risiken damit verbunden sind.

Wer lässt sich oder sein Kind impfen und warum?

Mittwoch, 21. Mai 2014

Psychologen sind Idioten ?! (Kapitel 32)

Mit dem Blick auf den Ausgang gerichtet, gehe ich voran.
Nur noch ein paar Meter, dann bin ich da. Dann bin ich endlich frei…

Ich sehe, wie Samuel anscheinend schläft.
Ok, eindeutig schläft er, sonst würde er nicht so nervtötend schnarchen.
Mann, ich wusste gar nicht, dass das so einfach wird…
Ich widme meinen Blick wieder der Tür, die sich langsam schließt.
Warum ist die Tür offen? Ist die nicht normalerweise abgeschlossen?
Moment, wo ist das Mädchen hin?
Ach, kann mir doch egal sein...
Ich versichere mich, dass mich keiner bemerken wird und schleiche mich lautlos an ihm vorbei.

Dort angekommen, hole ich noch einmal tief Luft.
Ist das richtig so? Und wo soll ich dann eigentlich hin?
Ach, scheiß drauf. Ich finde schon was. Nach Hause kann ich jedenfalls nicht.
Ich öffne langsam die Tür, so dass die restlichen Nachtbetreuer mich nicht hören können und setze einen Fuß nach draußen.
Gleich ist es soweit. Gleich bin ich draußen.
Mein Puls rast wie wild vor Aufregung, als ich den letzten Schritt wage und die Tür wieder leise schließe.
Nur noch durch's Treppenhaus, dann weg von hier.

Ich gucke noch einmal nach, ob mich jemand sehen könnte und renne sofort die Treppe runter.
Mich wird eh keiner hören, wenn ich ein bisschen rumtrampel.
Unten angekommen sehe ich den Haupteingang. Dieser quietschgelbe Haupteingang mit den Plastikblumen...
Widerlich.
Ich bleibe stehen und mustere den Raum.
Er ist gelb, orange und grün eingerichtet. Schlimmer geht's nicht.
Ich bin echt froh, wenn ich hier weg bin. Das ist doch alles zum Kotzen.

Ich schreite weiter auf den Haupteingang zu und öffne die Tür, während ich sofort an den dunklen Himmel gebunden bin und den Mond, umgeben von Sternen, beobachte.
Meine Lunge füllt sich mit frischer Luft und ich muss schon fast zufrieden lächeln.

Nein. Nein, das kann so nicht richtig sein.
Was ist mit meinen Sachen? Und wenn sie mich finden, was dann?
Bestimmt werde ich dann noch länger dort festgehalten und komme vielleicht sogar auf die geschlossene Station.
Will ich das etwa?
Ich drehe mich wieder zur Tür und lege meine Hand an die Türklinke.
Im nächsten Moment fühle ich einen heftigen Schlag auf meinem Hinterkopf und falle zu Boden...

Ein entsetzlicher Schrei lässt mich zusammenzucken und ich öffne ruckartig meine Augen.
Es ist dunkel. So dunkel, dass ich nichts erkennen kann.
Mein Schädel tut höllisch weh und fühlt sich so an, als würde er in Brand stehen.
Ich versuche, mir an den Kopf zu fassen, doch es gelingt mir nicht.
Nachdem ich realisiere, dass ich irgendwo drangekettet bin, rüttele ich hektisch an den Ketten.
Ich sitze noch nicht einmal auf einen Stuhl oder so, ich stehe.
Noch nicht einmal hinsetzen kann ich mich, so stark werde ich nach oben gezogen.

Mir wird kalt.
Warum spüre ich meine Klamotten nicht mehr an mir?
Bin ich etwa nackt?
Und wo zur Hölle bin ich?!

Plötzlich schaltet jemand das Licht an, welches mich kurzzeitig erblinden lässt. Als ich wieder sehen kann, starre ich verwirrt mit zugekniffenen Augen nach vorne.
Dort steht wieder das Mädchen mit den blonden Haaren.

„Verdammte Scheiße. Sag mal, was willst du eigentlich von mir und warum tust du das?!“, brülle ich sie an. Ich spüre ein Brennen auf meiner Wange. Sie hat mich geschlagen – mit einer Gerte?
„Nicht in so einem Ton, du Zicke. Sonst hau ich dir noch eine rein“, ermahnt sie mich, „Um auf deine Frage zu antworten… Du warst ungezogen. Und ungezogene Mädchen müssen bestraft werden.“
Ungezogen? Was habe ich denn getan, dass die mich hier nackt und angekettet 'rumstehen lässt und mich mit einer Gerte verkloppt?
Sie geht langsam vor mir hin und her und schlägt mit der Gerte in ihre Hand.

„Du willst sicherlich wissen, warum du nackt bist und hier so erbärmlich hängen darfst...“, fängt sie an zu erzählen.
Ach, ich DARF also?
„Nun, das ist ganz einfach. Erstens, du kannst dich nicht wehren und wild rebellieren.“ Sie bleibt vor mir stehen und grinst mir gierig ins Gesicht. „Und zweitens… Wie könnte ich deinem wunderschönen und vernarbten Körper bloß widerstehen?“

Die will mich doch verarschen.
Bitte sag mir einer, dass diese Show hier ein Traum ist.

Sie holt erneut aus und die Gerte trifft mit einem lauten Klatschen auf meinem Bein auf.
Ich zucke zusammen und keuche. Mein Herz fängt an weh zu tun, als hätte sie nicht auf mein Bein geschlagen sondern in mein Herz gestochen. Gekrümmt vor Schmerz verfolge ich sie mit meinen Augen. Sie geht wieder vor mir hin und her.

„Wer bist du?“, frage ich.
„Wer ich bin?“ Sie sieht aus, als hätte sie schon lange auf die Frage gewartet und grinst wieder.
„Vielleicht bin ich ja eine Ausgeburt deiner Fantasie? Vielleicht bin ich eine längst von dir vergessene Person?“ Sie kommt mir näher und hält ihren Kopf neben meinen.
Ich spüre dieses begierige Grinsen und ihren kalten Atem an meiner Wange.
Warum genieße ich bloß ihre Gegenwart?

„Vielleicht bin ich auch einfach nur du“, haucht sie in mein Ohr.
„Ich? Was soll das…“
Sie schaut ernst auf den Boden direkt vor mir.
Meine Stimme verstummt. Ich senke meinen Kopf und folge ihrem Blick.
Vor meinen Füßen liegt ein Päckchen mit einer roten Schleife und einem Namen drauf
Als Absender steht auf einem Schildchen:
„In Liebe, Florian“.

Weiterlesen? => Psychologen sind Idioten ?! (Kapitel 33)

Sonntag, 11. Mai 2014

Psychologen sind Idioten ?! (Kapitel 31)

Ich schüttele wild den Kopf.
Nein, nein! Das kann nicht sein!
Ich drücke mein Gesicht in ein Kissen und schluchze.

Plötzlich wird mir das Kissen weggerissen und ich bekomme einen Schlag in's Gesicht.
"Was stimmt mit dir nicht? Kannst du mal aufhören rumzuheulen?"
Benommen vom Schmerz und völlig erschrocken weiß ich gar nicht, was los ist.
Vor mir steht jemand im Dunkeln.
"Steh auf. Wir müssen los", sagt die Person - wieder mit dieser eindringlichen Stimme.
Fast automatisch stehe ich auf.
Im Mondlicht erkenne ich sie: es ist das blonde Mädchen.
"Los jetzt!"
Völlig lautlos und ohne Mühe öffnet sie die schwere Holztür und einen Moment später ist sie bereits verschwunden.
Langsam fällt die Tür zu.

Ich haste leise zur Tür und halte sie im letzten Moment fest, damit sie nicht durch den automatischen Türschließer, der wie immer zu stark eingestellt ist, zuschlägt.
Dann riskiere ich einen Blick durch den Spalt.
Der Gang ist dunkel und leer.
Ganz hinten an der Ausgangstür sehe ich sie.
Wie zum Teufel ist sie an dem Nachtbetreuer vorbeigekommen?
Der Gang hat eine Art Geschwür, eine Auswulstung, etwa in der Mitte, die sich Aufenthaltsraum schimpft. Dort befindet sich ein Tisch, an dem tagsüber Karten gespielt werden. Ein paar Meter daneben ist eine Couch vor dem Fernseher, auf der jemand sitzt.
Ein stämmiger, muskelbepackter, schwarzer Mann.
Ich habe ihn erst zwei oder drei Mal gesehen, als er Nachts kontrolliert hat, ob alle schlafen...
Samuel heißt er... oder so.

Ich starre in Richtung des Ausgangs.
Mit einer Geste gibt sie mir zu verstehen, dass ich mich beeilen soll.
Jaja, ich mach' ja schon...
Ich quetsche mich durch einen kleinen Türspalt und schließe behutsam die Tür; viel lauter als gewollt.
Einen Moment verharre ich bewegungslos und warte darauf, dass sich irgendetwas tut.

Es bleibt still und dunkel.
Nur die Geräusche des recht leise gestellten Fernsehers sind zu hören und das Flackern des Bildschirms erhellt den Aufenthaltsraum, der sich geschätzt 15 Meter weit entfernt befindet.
Langsam setze ich mich in Bewegung...

Weiterlesen? => Psychologen sind Idioten ?! (Kapitel 32)

Montag, 28. April 2014

Psychologen sind Idioten ?! (Kapitel 30)

Ein schwacher Windhauch lässt mich zusammenzucken.
Ich sehe aus den Augenwinkeln blondes Haar und ertappe mich dabei,
wie ich mein eigenes Haar mit den Fingern durchkämme.
Ich starre in den Spiegel.
Was ich dort sehe lässt mein Herz aufhören zu schlagen.
Die Angst überwältigt mich und ich zittere am ganzen Körper.
Ich habe die Kontrolle verloren.

"Kommst du jetzt endlich zum Essen?"
Die Stimme ist mir vertraut, eine sanfte, fröhliche Stimme.
Kai steht vor mir und sieht mich erwartungsvoll an.
"Komm doch, bitte!",sagt er.
"Ich habe aber gar keinen Hunger. Muss ich denn?"
"Ja, du musst, mir zuliebe, ok?"
"Na gut, du lässt mich ja sonst eh nicht in Ruhe."
Schweigend gehen wir in die Küche.
Ich riskiere einen Blick in Kais Richtung. Er ist echt toll. Was er wohl über mich denkt...
Bestimmt nichts Gutes, so wie ich drauf bin kann man es ihm auch nicht verübeln.
Ich finde mich ja selber scheiße und so wie ich aussehe...
Er hat bestimmt schon eine tolle Freundin.
So eine mit langen blonden Haaren, langen Beinen und immer gestylt.

Ich lasse mich auf den Stuhl fallen und stochere in dem Essen herum.
So ein bekloppter Tag.
So ein beschissen-bekloppter Tag.

Gefühlte Stunden später, stehe ich einfach auf und verschwinde in meinem Zimmer.
Ich fühle mich leer und erschöpft; wie ausgesaugt.
Eine bleiernde Müdigkeit überkommt mich.
Ich muss wohl eingeschlafen sein, denn als ich wieder aufwache ist es schon dunkel.
Ich starre in die Dunkelheit, eigentlich habe ich Angst im Dunkeln.
Ein leises Scharren, wie Fingernägel, die an der Wand entlanggleiten, lässt meine Angst noch wachsen.
Das Geräusch wird lauter, bedrohlicher.
Schlafe ich vielleicht noch?
Angestrengt starre ich in die Dunkelheit, unfähig mich zu bewegen.
Das Atmen fällt mir schwer, ich unterdrücke den Schluckreflex.
Was ist das für ein fürchterliches Geräusch?
"Lilly, Lilly, hörst du mich?!"
"Lilly, komm zu mir, hilf mir! Lass mich nicht allein hier, du bist doch mein Mädchen."

Die Stimme lässt mir Tränen in die Augen schießen.
Plötzlich bin ich wieder ein kleines Mädchen und der Baum vor meinem Fenster wiegt sich sanft im Wind hin und her.

Weiterlesen? => Psychologen sind Idioten ?! (Kapitel 31)

Samstag, 26. April 2014

Psychologen sind Idioten ?! (Kapitel 29)

Es ist unglaublich ruhig.
Als ich aufwache, stehe ich auf einer Straße.
Meine Mutter und mein Bruder neben mir.
Von hier aus hat man einen guten Ausblick.
Es scheint eine Straße zu sein, die auf einen Berg führt.
Kein Auto weit und breit. Kein Bürgersteig.
Ich stelle mich an die Leitplanke, hinter der es steil bergab geht und lasse meinen Blick über die Waldlandschaft streifen.
Ich drehe mich zu ihnen, versuche etwas zu sagen, aber kein einziges Wort kommt aus meinem Mund.
Meine Mutter und mein Bruder starren gebannt an mir vorbei auf die Landschaft.
Ich drehe mich wieder um und sehe wie am Horizont etwas passiert.
Genau kann ich es nicht erkennen, aber es kommt schnell näher.
Plötzlich realisiere ich, was das ist:
Eine gigantische Druckwelle kommt auf uns zu!
Bäume werden plattgedrückt, rausgerissen oder fliegen durch die Gegend.
Ich will meine Mutter und meinen Bruder anschreien, dass sie weglaufen sollen, doch statt dass Wörter aus meinem Mund kommen, fallen alle meine Zähne aus!
Ich werfe mich auf den Boden, jeden Moment einen riesigen Knall erwartend...

In dem Moment schlage ich meine Augen auf - Schweiß steht mir auf der Stirn.
Alles ist verschwommen.
Ich liege in "meinem" Bett - mit Fesseln fixiert.
Hektisch sehe ich mich um.
"Wollt ihr mich jetzt alle verarschen?!", schreie ich.
Ich reiße mit Händen und Füßen an den Fesseln, die mich am Bett festhalten.
Da tut sich nichts.
Plötzlich sehe ich ein vertrautes Gesicht genau vor mir und werde ganz ruhig.
Es ist Kai.
"Alles ist in Ordnung, mach dir keine Sorgen", sagt er mit angenehmer Stimme.
"Alles in Ordnung?! Bist du bescheuert? Ich bin am Bett festgekettet!", brülle ich ihn an.
Er sieht mich besorgt an, legt seine Hand auf meine und sagt ruhig: "Wir wussten nicht, wie du reagierst, wenn du aufwachst. Die Ärzte mussten dir starke Beruhigungsmittel geben. Kannst du dich an das erinnern, was passiert ist?"
Es rattert in meinem Kopf - er tut weh.

Ich reiße meine Augen auf und starre ihn an.
"Habe ich jemandem etwas angetan?!", platzt es aus mir heraus.
"Nein, es ist noch mal alles gut gegangen", erklärt er mir, während er mir ein paar Haare aus dem Gesicht streicht, "aber dein Zustand verschlimmert sich stetig."
Ich lasse meinen Kopf auf das Kissen sinken.
Kai steht auf und geht in Richtung Tür. - Ich sehe ihm hinterher.
"Mechthild kommt gleich und macht dir das Fixierband ab, damit du aufstehen kannst. Wir sehen uns später."
"Bis später", sage ich leise.
Es kommt mir vor wie eine Ewigkeit, aber dann geht die Tür endlich auf und Mechthild kommt herein. Ich war noch nie so froh, diese Frau zu sehen. Immerhin erinnert sie mich an meine Mutter.
Zumindest optisch. Leicht übergewichtig, ein bisschen länger als schulterlange, rot gefärbe Haare, eine ähnliche Frisur, ähnliche Gesichtszüge, eine Parfumwolke hinter sich herziehend...
Sie redet auf mich ein, mal wieder, während sie mich endlich von den Fesseln befreit.
Und ehe ich mich versehe ist sie schon wieder weg. Irgendetwas von Medikamenten hat sie gefaselt.
Die Tür geht wieder auf und sie drückt mir eine blau-rote Kapsel und ein Glas Wasser in jeweils eine Hand. So eine riesige Kapsel habe ich noch nie gesehen.
Wie soll ich das runterbekommen?
Ich sehe sie fragend an.
"Mach schon. Es sei denn, du willst wieder eine Spritze."
Ich nehme die Kapsel in meinen Mund und nehme einen großen Schluck Wasser.
Ganz langsam und schmerzhaft rutscht es mir die Speiseröhre herunter und ich verziehe mein Gesicht.
"In ein paar Minuten gibt es Essen", sagt Mechthild, nimmt mir das Glas aus der Hand und verschwindet wieder.
Langsam stehe ich auf. Meine Beine sind total wackelig. Was haben die mir schon wieder für Drogen verabreicht? Ich weiß es nicht.
Ich gehe ins Bad, schließe die Tür ab und wasche mein Gesicht.
Scheußlich fühle ich mich. Ich kann kaum nachdenken und das Pochen der Kopfschmerzen wird stärker.
Plötzlich werde ich von hinten umarmt.
Ich reiße mich los und fahre herum.
Dieses Mädchen schon wieder! Sie steht genau vor mir und es fühlt sich an, als würde sie mir mit ihren intelligent wirkenden, eisblauen Augen direkt in die Seele starren. Sie wirkt mager und hat sehr weiche Gesichtszüge.
Ich habe sie gesehen kurz bevor... mir wird schwindelig und meine Sicht verschwimmt.
Das Rauschen in meinen Ohren wird wieder lauter, meine wackeligen Beine lassen nach und ich muss mich am Waschbecken stützen.
Sie verpasst mir eine Backpfeife. "Was ist los mit dir?", sagt sie mit einer Stimme die durch Mark und Bein geht, "Wenn du so weiter machst, gehst du den Bach runter."
Erschrocken sehe ich sie an. Plötzlich ist alles unglaublich klar.
Mein Blick richtet sich langsam zur Tür, bei der ich sicher war, dass ich sie verschlossen hatte.
"Komm jetzt. Es gibt Essen", sagt das Mädchen, fährt sich mit einer Hand durch ihre blonden Haare und verschwindet durch die weit offen stehende Badezimmertür.
Ich bleibe wie versteinert stehen und starre ihr hinterher.
Ich lege meine Hand auf meine schmerzende Wange.
Langsam wäre eher die Frage interessant: Was habe ICH eigentlich geraucht?

Weiterlesen? => Psychologen sind Idioten ?! (Kapitel 30)

Freitag, 18. April 2014

Psychologen sind Idioten ?! (Kapitel 28)

Ich schaue zu meiner Mutter und warte auf ihre Reaktion.
"Sind Sie sich da sicher?", fragt sie Johannes mit ungläubigem Blick.
"Ja, sehr sicher. Anfangs war ich ebenso skeptisch wie Sie, aber ihr bisheriges Verhalten in der letzten Zeit hat diese Thesen bestätigt. Wir hatten ebenso gehofft, es würde besser werden...
Jedoch ist es das genaue Gegenteil. Es wird immer schlimmer", erklärt er.

Was wird schlimmer? Etwa mein Verhalten?
Manchmal frage ich mich, was die hier alle geraucht haben.
Wie soll man sich denn bei den ganzen Bekloppten hier normal verhalten?!

"Verstehe...", meint meine Mutter und zieht eine Augenbraue hoch, bei der ich mir noch nicht einmal sicher bin, ob sie nun echt ist oder bloß aufgemalt ist. 
"War das alles?"
"Äh... Ja. So in etwa. Lilly sollte außerdem noch ein paar Monate hier verweilen.
Meine Kollegen und ich werden uns diesbezüglich noch beraten. Ich werde Ihnen weitere Informationen zukommen lassen."
Meine Mutter und Johannes stehen auf und gehen in Richtung Tür.
Und ich, ich sitze noch auf diesem Stuhl. Diesem kratzigen Scheißding.
Gedankenlos starre ich Löcher in die Luft und merke allmählich, wie mir schwarz vor Augen wird.

Als ich meine Augen aufmache, finde ich mich auf meiner Mutter vor.
Ich halte eine Schere in der Hand und halte sie ihr an den Hals.
Johannes steht wie angewurzelt neben mir. Als wüsste er nicht, was er tun soll.

Ich sehe die Angst in den Augen meiner Mutter. Diese Angst... Irgendwie macht es mich
glücklich. Die Panik davor, damit zu enden, von der eigenen Tochter die Kehle aufgestochen
zu kriegen.
Aber ist das gut so? Sollte ich meiner Mutter wirklich so was derartiges antun?
Wollte ich ursprünglich nicht, dass alles wieder gut wird und ich aus dieser Bruchbude rauskomme?
Dass ich wieder zu Hause sein kann, um wieder diesen kitschigen Schlafanzug zu tragen
und dieses köstliche Essen meiner Mutter zu genießen? Dass ich mich wieder entspannen kann?

Meine Augen fangen an zu brennen und ich lege die Schere beiseite.
Mal wieder muss ich heulen.
Warum bin ich nur so schwach?
Wie ein Wasserfall laufen Tränen an meinem Gesicht herunter.

Auf einmal zieht mich jemand ruckartig nach oben.
Es ist Johannes. Er hält mich fest und sieht mich mit seinen durchdringenden Augen
an. Dieser Blick beruhigt mich irgendwie auf gewisse Art und Weise.

Aber... irgendwas stimmt nicht.
Woher kommt das Mädchen, was sich hinter Johannes befindet?
Ich sehe mich hektisch um und versuche, Johannes' Griff zu lösen mit meiner ganzen Kraft.
Plötzlich höre ich ein lautes Rauschen, welches sich grässlicher als so manch andere Geräusche anhört. Es fühlt sich so an, als würden meine Ohren zerfetzt werden.
Gerade, als das Rauschen verstummt, höre ich, wie jemand mit mir redet:
"Lilly, willst du das? Willst du, dass das so endet?"

Bin ich wirklich so bekloppt, wie andere behaupten, oder weshalb höre ich mittlerweile, wie
irgendwelche nicht existierenden Weiber mit mir reden?
Mir wird wieder schwarz vor Augen und ich falle zu Boden.

Weiterlesen? => Psychologen sind Idioten ?! (Kapitel 29)  

[Gastbeitrag von Lillith]

Dienstag, 8. April 2014

Psychologen sind Idioten ?! (Kapitel 27)

Immernoch im Gedanken bei Mechthild verlasse ich mein Zimmer und gehe mit gesenktem Kopf Richtung Küche.
Wieso habe ich nur immer das Gefühl alle würden mich anstarren?
Bin ich so was wie ein Monster oder hab ich Blut im Gesicht oder was?
Naja, scheiß drauf, denke ich und setze mich an den Tisch.
Mal wieder ein scheiß Tag, ich wünschte meine Mutter hätte eine Autopanne und das Gespräch mit Johannes würde nicht stattfinden. Aber bei meinem Glück passiert das garantiert nicht.
Mechanisch kaue ich auf dem Brötchen herum und fast verschlucke ich mich, als Kai freudestrahlend in die Küche kommt.
"Na, wie geht's?", fragt er und sieht mir direkt in die Augen. Das ist mir irgendwie peinlich, ich weiß auch nicht, warum mir so was immer peinlich ist.
"Geht so", presse ich hervor und fast fällt mir ein Stück Brötchen aus dem Mund. Wie peinlich ist das denn, denke ich und werde rot, das fühle ich sofort.
"Haben heute das Gespräch mit Johannes und meiner Mutter, vielleicht kann ich ja bald zurück.", murmele ich.

Zurück?, denke ich, wo soll das sein, dieses 'zurück'?
"Ok, dann mal viel Glück und halt die Ohren steif ", sagt Kai und verschwindet Richtung Flur.
Um 10 Uhr soll das Gespräch stattfinden - noch 15 Minuten. Ich trinke meine Cola im Stehen und gehe zu Johannes Bürotür.
Die Zeit zieht sich wie Kaugummi.
Plötzlich geht die Tür auf und Johannes steckt seinen Kopf durch den Spalt.
"Ach, da bist du ja schon, komm doch rein oder willst du hier draußen auf deine Mutter warten?", fragt er und sieht mich ernst an.
"Ich komme mit rein, wer weiß wann die auftaucht...", sage ich und schiebe mich an ihm vorbei.

Nach einer Ewigkeit erscheint dann meine Mutter. Hochglanzgestylt, Parfümnebelschwaden verteilend kommt sie hereingestürmt.
"Oje, bin ich etwa zu spät dran?", fragt sie grinsend.
Johannes schweigt und ich kann sie nur anstarren.
Meine Mutter! Wie immer - nur peinlich.
"Nein, nein, es wäre nur gut, wenn wir sofort anfangen könnten, ich habe heute noch viele andere Termine", sagt Johannes.

Ich nicke und meine Mutter sieht ihn lächelnd an.
"Ich versuche natürlich alles so verständlich zu erklären, wie es mir möglich ist. Das gesamte Team hat mehrmals über Lillys Situation gesprochen. Viele Diagnosen, ja, ich sagte viele, sind eindeutig. Andere dagegen sind noch etwas unklar. Lilly leidet eindeutig an einer posttraumatischen Belastungstörung. Darüber hinausgehend hat sich eine SVV-Störung (Selbst-Verletzendes-Verhalten) manifestiert, was allerdings keine eigenständige Diagnose beinhaltet. Sie zeigt eine akute Borderline-Persönlichkeitsstörung. Ebenfalls ist eine Schizophrenie nicht völlig auszuschließen.
Alles in Allem, können und dürfen wir Lilly in diesem Zustand nicht gehen lassen. Sie ist eine Gefahr für sich und für Andere. Es tut mir wirklich sehr leid", sagt Johannes und atmet tief ein.

Ich starre ihn an. Alles wird rot, fängt an zu rauschen und ich habe nur noch den Wunsch zu töten.
Alle die hier sind zu töten, egal wie.

Weiterlesen? => Psychologen sind Idioten ?! (Kapitel 28)

Montag, 24. März 2014

Psychologen sind Idioten ?! (Kapitel 26)

Völlig übermüdet wache ich auf - mein Arm tut höllisch weh.
Als ich die Augen öffne, sehe ich Ute neben mir in meinem Bett liegen - auf meinem Arm.
Ich ziehe ihn langsam und vorsichtig unter ihr weg.

Wenn sie aufwacht, brüllt sie bestimmt wieder rum. Das kann ich am frühen Morgen gar nicht gut vertragen.
Ich klettere leise über sie rüber und gehe in's Bad.
Den Blick in den Spiegel hätte ich besser nicht riskiert - dunkle Ringe unter meinen Augen, meine Haut noch blasser als sonst. Zerzaustes, dunkelbraunes, schulterlanges Haar, fett wie immer und ein riesiger, hässlicher Pickel auf der Stirn. Verdammt, bin ich hässlich.
In solchen Momenten wünschte ich mir, ich hätte wie andere Weiber 100 Kilo Schminke, die ich mir in die Fresse klatschen kann. Aber eigentlich finde ich das ekelhaft.
Nachdem ich im Bad fertig bin, klettere ich wieder über Ute ins Bett.
Dass es recht eng ist, ist mir egal. Ich bin eh kurz davor, im Stehen einzuschlafen.
Außerdem ist Ute eh nur ein halbes Hemd - wegen ihrer Magersucht.

Als ich aufwache, ist Ute verschwunden und die Sonne scheint in das Zimmer.
Als wäre die Sonne noch nicht schlimm genug, klopft es jetzt auch noch an der Tür.
Die wissen doch, dass ich schlecht drauf bin, wenn ich gerade aufgewacht bin.
"Was ist denn?!", schreie ich.
Mechthild öffnet die Tür und kommt rein.
"Ich hab' nicht gesagt 'Herein.', ich habe gesagt: 'Was ist denn?!' - aber ist ja jetzt auch egal...", murmele ich.
Sie wirft mir einen verständnislosen Blick zu und sagt: "Es ist Nachmittag. Du hast schon wieder eine Mal-Therapie verpasst. Wenn du so weitermachst, bekommst du eine Ausgangssperre." - "Willst du mich verarschen? Was kann ich dafür, wenn mich in diesem Saftladen keiner weckt?"
Einen Moment lang starren wir uns gegenseitig an.
Dann sagt sie ruhig: "Ich habe dich drei mal geweckt. Jedes Mal hast du einfach weitergeschlafen."

Daran kann ich mich irgendwie gar nicht erinnern...
"Oh...", sage ich verlegen.
"Steh jetzt bitte auf, du hast in einer halben Stunde dein Gespräch bei Johannes. Das ist wirklich wichtig...
Deine Mutter wird auch dabei sein.
Es sei denn, du willst deine Diagnose nicht hören."
Ach du scheiße, das ist ja heute. Und meine Mutter ist auch noch dabei...
Mal sehen, was die sich für einen Quatsch ausgedacht haben.
Immerhin kreuze ich bei den ganzen Tests und Stimmungskurven einfach nur irgendein Zeug an.
Hauptsache, die drehen mir nicht schon wieder irgendwelche Tabletten an.

Bevor ich es merke, ist Mechthild schon wieder verschwunden.
Merkwürdige Frau. Ich mag sie nicht.
Und während ich mir die Zähne putze, denke ich darüber nach, wie ich sie am effektivsten loswerden könnte...

Weiterlesen? => Psychologen sind Idioten ?! (Kapitel 27)

Mittwoch, 12. März 2014

Psychologen sind Idioten ?! (Kapitel 25)

Ich lege mich unter die Decke und ziehe sie über meinen Kopf.
Scheiße, scheiße, scheiße. Was war das denn schon wieder?
Ich reiße an meinen Haaren und bekomme allmählich ein Brennen in meinen Augen.
Ich rolle mich zusammen und merke, wie Tränen an meinen Wangen herunterlaufen.
Es klopft erneut an der Tür. Genervt schrecke ich auf und wische mein Gesicht mit
meinen Ärmeln ab. Anschließend setze ich mich auf.
"Was ist?!", schreie ich.
Die Tür öffnet sich und jemand betritt den Raum. Es ist Florian.
Was will der denn schon wieder?
Er kommt näher, schaut mir in die Augen und fängt an zu lächeln.
"Hi... Wie geht's dir? Wie war Weihnachten?", erkundigt er sich.
"Was willst du?", raune ich.
"Ich wollte nur reden. Fragen, wie es dir geht und so, weißt du?", antwortet er.
"Das kannst du dir sonst wo hinschieben", brumme ich. "Kannst du jetzt abhauen? Ich will wenigstens ein paar Stunden Ruhe vor dir und den ganzen anderen Vollidioten haben."
Sein Grinsen verflog. Sprachlos verlässt er den Raum und schließt die Tür fast lautlos.
Schwachkopf.
Ich lass mich wieder auf's Bett fallen und drehe mich auf die Seite.
Das Gefühl der Müdigkeit überführt mich und ich schlafe ein.

Ich öffne meine Augen. Noch müde setze ich mich langsam auf und schaue auf die Uhr, die sich neben meinem Bett befindet. Es ist 22:46 Uhr. Ich habe wohl den halben Tag verpennt.
Ich stehe auf und schlendere zum Badezimmer.
Den Lichtschalter umlegend schaue ich in den Spiegel. Ich schaue mir in die Augen, tief in die Augen. Schon allein dadurch, mich anzustarren, kommen mir wieder Tränen hoch.
Schon wieder fange ich an zu heulen. Dieses Mal jedoch wehre ich mich nicht dagegen.
Ich sinke zu Boden, rolle mich zusammen und lasse meinen ganzen Schmerz raus.
Ich klage und jammere, hoffend, dass das niemand mitbekommt.
Warum musste diese ganze Scheiße passieren?
Warum musste ich bloß in dieser Klapse enden?

Mich wieder beruhigend stehe ich angestrengt auf und wasche mein Gesicht.
Ich halte einmal inne und gehe wieder zurück in mein Zimmer.
Auf einmal sitzt da jemand auf einem Stuhl, der sich vor dem Fenster befindet.

"Was ist los?", fragt Ute mich besorgt.
Wie angewurzelt bleibe ich stehen und bekomme kein Wort hoch.
Sie steht auf und bewegt sich zu mir. Mein Magen zieht sich zusammen und ich schaue sie bloß an - angewidert von der Vorstellung, dass sie mich gehört hat.
"W-warum bist du hier?", stottere ich.
"Willst du mich verarschen? Wir teilen uns dieses Zimmer. Außerdem mache ich mir Sorgen um dich."
Ich bin einerseits gerührt, aber dennoch ist es mir peinlich, was mir das Verlangen gibt, sie anzuschreien, dass sie doch abhauen solle - doch irgendwie ist mir gerade nicht danach...

Nun steht sie direkt vor mir. Sie schaut in mein Gesicht, in meine verheulten Augen und ich in die ihren - grün wie eine saftige Wiese.
Plötzlich umarmt sie mich.
"Wenn was ist, bin ich immer für dich da. Ich verspreche es."
Meine Augen brennen wieder, doch ich will nicht wieder heulen. Ich will ihren Griff lösen und versuche es anfangs, doch letztendlich lasse ich es...
Denn es ist ein schönes und warmes Gefühl. So warm war mir lange nicht mehr. Ihr Rumgebrülle fällt mir auch nicht mehr auf.
Ich erwidere ihre Umarmung und gebe ein leises Schluchzen von mir.

Weiterlesen? => Psychologen sind Idioten ?! (Kapitel 26) 

[Gastbeitrag von Lillith]

Donnerstag, 6. März 2014

Tatsächlich

Sachen, die wirklich sind,
wirkliche Sachen.
Sachenwirklichkeit ?
Wirklichkeitssachen ?

Ich versuche, es zu analysieren.
Meine Gedanken zu sortieren.
An der Wirklichkeit zu orientieren.

Aber wo ist diese Wirklichkeit ?
Diese wirkliche Wirklichkeit !

Woran erkenne ich sie ?
Diese wirklichen Sachen !

Vielleicht in der Wirklichkeit,
ich glaube,
ich suche einfach weiter.

Dienstag, 25. Februar 2014

Schwarzes Loch

Ich hatte ein Leben,
mit Sonne und Licht.
Keine Grenzen und Regeln gab es  nicht.

Doch irgendwann,
da verlor ich den Sinn,
sah dunkle Schatten,
ganz tief in mir drin.

Das Leben wurde auf einmal ganz schwer,
ich war nicht einmal mehr Irgendwer.

Der Mut,
die Hoffnung,
alles war fort.
Niemand mehr da,
ich stand irgendwo
an einem einsamen Ort.

Nach einer langen und dunklen Zeit,
bin ich nun
und hier
und jetzt,
wieder für Alles bereit.

Montag, 24. Februar 2014

Verlorene Freundschaft

Im Gedanken stehe ich neben dir,
im Gedanken versuch ich dich zu trösten.

Im Gedanken wünsch ich dir Glück
und Zuversicht,
im Gedanken wein ich deine Tränen.

Im Gedanken geb ich dir von meiner Hoffnung ab,
im Gedanken schick ich dir,
meine Gedanken
um eine verlorene Freundschaft.

Selbstreflexion - Zitat

"Niemand außer du selbst ist für irgendwelche Missestände in deinem Leben verantwortlich. Genauso wenig kann jemand anderes etwas daran ändern. Bewege etwas, statt dich hinter Ohnmachtserklärungen zu verstecken."
- Simon Stinglhammer -

Samstag, 18. Januar 2014

Das Spiel


Das Spiel, das wir hier spielen, ist das Spiel, das sich das Leben nennt,
doch gewinnen kann nur jener, der die verdammten Regeln kennt.

Wer diese Regeln gemacht hat, ist doch offensichtlich,
dass wir dabei an jeden gedacht haben ist klar - Nur an dich nicht.

In unserer Gesellschaft werden nur die Stärksten überleben,
von Machtgier und Angst vor uns selbst sind wir getrieben.

Du stehst im Weg, du weißt zu viel, aber du bist nicht einzige -
Leute wie dich müssen wir unterdrücken, dafür riskieren wir sogar Weltkriege.

Wir passen uns an, weil wir Akzeptanz wollen und weil wir Angst haben vor Kritik,
dass wir unsere Individualität verlieren ist dabei doch nicht so wichtig!

Nur in einer Gruppe ist man stark, das weiß doch jedes Kind,
hast du das nicht verstanden, bist du einfach blind!


Es ist ganz einfach - Wer die Regeln macht gewinnt!

Mittwoch, 8. Januar 2014

Borderline #2

Man sagt, es sei eine Störung.
Eine Störung, die zerstört.
Eine Persönlichkeitsstörung.

Bin ich gestört?
Ich will zerstören,
will Pullis mit langen Ärmeln tragen,
eigentlich kann ich kein Blut sehen.

Aber mein Blut ist klar und dünn,
irgendwie schön,
mein Schmerz ist wie eine Melodie.
Sie geht mir nicht mehr aus dem Kopf.

Schade, das sie sonst niemand hört.

Man sagt, es sei eine Störung.

Störe ich euch?