Dienstag, 30. April 2013

Ich in der Psychiatrie

Ich gebe euch einen Blick hinter die Kulissen.
Etwas, was nichts Atemberaubendes ist, aber dennoch recht interessant für den einen oder anderen sein könnte.
An dieser Stelle möchte ich euch nämlich etwas über meinen stationären Aufhalt in der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Marsberg erzählen.

Dort war ich für etwa 4 Wochen, Ende des Jahres 2010 in "Therapie".
Eine berechtigte Frage an dieser Stelle, ist, warum ich dort war.
Ganz einfach: es gab einige Leute in meinem Umfeld, die mehrere Psychiatrieaufenthalte hinter sich hatten und noch einige vor sich haben und mir ein Bild davon zu machen, was das genau bedeutet, war sehr schwierig.
Abgesehen davon befand ich mich in einer Phase meines Lebens, in der es sehr schwierig für mich war, meinen Weg zu erkennen. Ich wusste nicht wirklich, was ich wollte, etc.
Daher habe ich gehofft, dort würde ich auf Menschen treffen, die mir helfen können, mich selbst besser kennen zu lernen, meine Gedanken weiter zu entwickeln und mir Anstöße zu geben.
Kurz gesagt: ich habe mich selbst eingewiesen.

Obwohl ich dort eine "schöne Zeit" hatte, spreche ich hier von einem Misserfolg, da ein Großteil dieser Hoffnungen sehr schnell zunichte gemacht wurden. Dennoch konnte ich zumindest ein paar Erfahrungen mitnehmen.

(Uninteressant für die meisten, diesen Abschnitt besser überspringen)
Trotzdem bedanke ich mich an dieser Stelle bei folgenden Personen:
bei meiner Mutter, meinem Vater und meiner Schwester, die für mich da waren.
Bei allen Mitpatienten in dem Zeitraum, insbesondere Sandra, Rebecca, Vanessa, Martin, Jens, Tobias,  Jasmin, Miriam und den anderen.
Bei Sandra und Stefanie, die mich besucht haben.
Bei Stefan für viele Telefonate, die mir Kraft gegeben haben.
Bei Sheena, die mir immer zur Seite stand und mir einen ewig langen Brief schrieb...
Und allen anderen, die ich eventuell vergessen habe.
(Ab hier weiterlesen)

Mit meiner Bezugsbetreuerin verstand ich mich persönlich nicht besonders gut, was aufgrund der wenigen Gespräche kein großes Problem war. In diesen Gesprächen redete sie meistens bloß auf mich ein und ich habe sie ignoriert, bis die Zeit um war. Der Grund dafür war, dass ihr Verhalten im Hinblick auf Fairness und Würde gegenüber meinen Mitpatienten meiner Meinung nach nicht angebracht war.
Der für die Station zuständige Therapeut wiederholte sich immer wieder in Sitzungen und gab mir das Gefühl im Dunkeln zu tappen.
(dieses Gefühl bekomme ich komischerweise bei fast allen Menschen dieser Art - dass sie immer wieder etwas wiederholen, das für mich offensichtlich ist oder ohne sinnigen Inhalt, wahrscheinlich, weil sie sich gern reden hören...
Dieses Gefühl bekam ich bei den Gesprächen mit meinem "Studiencoach" auch, weswegen ich nach zwei 45minütigen Sprechstunden keine weitere mehr in Anspruch nahm)
Zum Teil lag das wahrscheinlich aber auch an meiner abwehrenden Haltung ihm gegenüber.

Dies liegt wahrscheinlich weniger an fehlenden Qualifikationen, sondern eher an zunehmender Abstumpfung und Überforderung.

Um das Ganze etwas kürzer zu fassen...
Kurz bevor ich in die KJP (Kinder- und Jugendpsychiatrie) kam, hat mich meine Freundin, die ich zu dem Zeitpunkt hatte nach über einem Jahr verlassen.
In der KJP hatte ich Interesse an einer Mitpatientin. - Wie das eben so ist, wenn man einige Zeit gemeinsam auf relativ kleinem Raum lebt. Darauf ließ sie sich, ebenso wenig wie ich ein. Die Gründe dafür sind nebensächlich. Eine nähere Bindung hatte ich dann noch zu einer anderen Patientin, ein wenig kuscheln, ein paar Bussis, nichts Besonderes. - Allein schon wegen den in der Klinik geltenden Regeln. Aber allgemein nichts von Bedeutung, aber hatte seinen Reiz zur Ablenkung. Nach meiner Entlassung habe ich sie noch ein mal dort besucht. Danach sahen wir uns nie wieder.

Weihnachten verbrachte ich zu Hause, was übrigens sehr schön war.
Silvester verbrachte ich mit erstgenannter Patientin gemeinsam in der Psychiatrie.

Ich habe dort mehr gezeichnet als sonst.
Größtenteils aus Langeweile
Ausblick aus meinem Zimmer...

Ausblick aus meinem Zimmerfenster (es lag Schnee)
Ich hatte ein Einzelzimmer.
Einzelzimmer sind besser. Man hat seine Ruhe, ich konnte machen was ich wollte, schlafen wann ich wollte, duschen, wann ich wollte, etc...
Allgemein habe ich mich von Anfang an sehr vorbildlich benommen, weswegen ich mir nach kurzer Zeit alles erlauben konnte, ohne mich vor den Konsequenzen fürchten zu müssen.
So ließ ich des öfteren mal meine "Pflichten" (wie Fegen oder Sonstiges) sausen, ohne dass es je jemanden interessierte oder riss kleine Witze über Mitpatienten in Anwesenheit der Betreuer, etc.

Die Schule für die Patienten war für mich wenig lehrreich, da alle Patienten einer Altersgruppe zu einer Klasse zusammengefasst wurden und sich der Bildungsstand der anderen Patienten zum allergrößten Teil unter dem meinen befand.
Eine Zeichnung aus dem Unterricht:

Frau auf der Brücke (stark verbesserungswürdig und wurde nie fertig, aber ich hatte auch keine Lust...)
Eine Woche nach Silvester wurde ich mit Absprache des behandelnden Arztes entlassen.
Die meisten von dort, bis auf Rebecca sah ich danach nie wieder. (das stimmt nicht ganz...)
Aber das ist eine andere Geschichte.

Kommentare :

  1. Das gefällt mir. Dein Text zeigt ernüchternd, wie sich die Erwartungen nicht erfüllt haben. Traurig, dass man in der Klinik scheinbar keine Evaluation macht. SimSim x3 - Dir ist mehr mit nicht direktiven Gesprächen im Selbsterfahrungsbereich geholfen. Du tickst "anders" - aber "normal".

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  2. Aber mal ganz ehrlich- was soll der Mist? Du tust so als hättest du die Weisheit mit löffeln gefressen und als wärst du das Genie schlecht hin. Du vergisst dabei vielleicht auch, dass du nur die Perspektice deiner kleinen eigenen Welt hast. Als würde dich das alles kalt lassen. Ich finde es unrealistisch und verstehe nicht was du damit sagen willst. Dass du viel schlauer als die meisten bist? Dass du über allem stehst? Dass du nur aus Panzersperre in der KJP warst? Du bist es ja blumig umgangen, was dein eigentliches Problem ist, aber für mich klingt es so als solltest du dir dringend Hilfe suchen. Und ich selbst war mal in der geschlossenen ich weiß also auch wovon ich rede.

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    1. Was meinst du mit der "Panzersperre"?
      Ich hätte eventuell erwähnen sollen, dass meine Eltern gegen meinen Aufenthalt dort waren und ich mich selbst eingewiesen habe.

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    2. Warte mal, du hast dich selbst eingewiesen? Wow wow wow wow. Halt Stopp! Wieso? Ich bin nich die Person die diesen Kommentar hier gelassen hat ;) Ne aber ehrlich wieso?

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    3. Lässt sich eigentlich aus dem Kontext und der Schreibweise erschließen, ist aber nicht explizit erwähnt...

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