Samstag, 13. April 2013

Gedankensystem Teil 11 - Selbstmanipulation und Depressionen

Mit eigenen, großen Bemühungen, Beobachtung und Hilfe von Leuten, die sich gemeinsam mit mir ausgiebig mit diesem Thema "Selbstmanipulation" beschäftigt haben, konnte ich eine direkte Verbindung zu dadurch ausgelösten psychischen Problemen wie Depressionen und anderen Symptomen herstellen.

Klären wir zuerst, was Selbstmanipulation genau ist.
Hierzu empfehle ich ihnen Kapitel 9, da es sich mit Ignoranz und Gleichgültigkeit beschäftigt, was auch Arten der Selbstmanipulation sind.
Ich habe ebenfalls bereits viel über paradigmenbehaftetes Denken geschrieben, worauf ich hier teilweise verweisen werde.

Selbstmanipulation ist das Schaffen einer eigenen Wahrheit, einer Welt, die von der "Realität" abweicht.
Dies geschieht oft unbewusst, um sich selbst vor psychischem Schaden, insbesondere bei Traumata zu schützen.
Verdrängung ist ebenfalls eine Form der Selbstmanipulation.
Die meisten "Verarbeitungsmethoden" von Problemen beruhen darauf.

Das Problem an der Selbstmanipulation ist, dass die neue Sichtweise, die man sich erschafft, durch beispielsweise Verdrängung von Tatsachen (z.B. im Bezug auf Liebe) oder bewusstes Ignorieren der Realität irgendwann nicht mehr von der ursprünglichen "Welt" unterschieden werden kann.
In dem Fall gehen die Informationen meist einfach "verloren", beziehungsweise sie werden an einen Ort verlagert, wo sie nicht zugänglich sind - meist im Unterbewusstsein.

Das Unterbewusstsein macht weitaus mehr des Gesamtbewusstseins aus als das aktive Bewusstsein - also unser Denken.
Somit "verschwinden" also Tatsachen an einen Ort, an dem sie nicht mehr zugänglich sind.
Dennoch sind die, betont Tatsachen vorhanden. Nur nicht im eigenen Paradigma.
Was bedeutet, das Unterbewusstsein gibt aktiv Impulse an das Bewusstsein, die zur "Problemlösung" beitragen sollen.
Im Bewusstsein sind diese Probleme aber längst nicht mehr vorhanden und können auch nicht abgerufen werden.
Bedeutet, man sucht die Ursache der Symptome, aber diese Ursache entziehen wir uns aktiv selbst.

So entstehen Gefühle und Reaktionen ohne in irgendeiner Weise sichtbaren Ursachen.
Die mir bekannten Symptome reichen von Depressionen über Verwirrtheit nach Teilnahmslosigkeit, Persönlichkeitsstörungen im Allgemeinen, bis hin zu multipler Persönlichkeitsstörung durch Spaltung der Paradigmen in Ebenen, extremen Entscheidungsschwierigkeiten, Selbsthass, dem Verlust der Fähigkeit, in irgendeiner Weise Situationen zu analysieren und Probleme zu beseitigen.

Psychologen setzen oft mit Medikamenten an diesen Symptomen an und versuchen dann, eine Ursache für diese Symptome zu finden. Oft scheitern sie genau hier, denn der Patient ist nicht in der Lage, diese irgendwie selbst zu erkennen und der Therapeut ist nicht in der Lage, ohne diese Informationen dem Patient Anregungen zu geben, sich selbst zu helfen.

Die Lösung dieses wirklich prägnanten Problems ist schwierig:
Man muss selbst, am besten in begleitender Therapie herausfinden, in welchen Punkten und inwiefern man sich selbst manipuliert.
Hat man das herausgefunden, muss man genau dort ansetzen und sich die Wahrheit eingestehen, was wirklich das Schwierigste an dem Ganzen ist.
Nur auf diese Weise kann man sich aus seinem eigenen, selbstgeschaffenen Gefängnis befreien.

Denn wenn man nichts dagegen unternimmt, neigt man dazu, sich immer mehr in diese eigene Welt zu verlieren.

Kommentare :

  1. Deine Anlehnung an Freud macht mir nun wirklich zu schaffen. Weil jemand behauptet, wir Menschen hätten sowas wie ein unbewusstes, wohin wir Erlebnisse verdrängen können, wird dann ständig nach Ursachen in der Kindheit usw. gesucht, die doch garnicht nachzuweisen sind. Das unbewusste ist UNbewusst und damit für niemanden zugänglich. Auch nicht für vermeintliche Therapeuten. Und scheinbar schon garnicht für sich selbst. Ich vertrete ebenfalls die Meinung, dass es so etwas wir psychische Erkrankungen nicht gibt. Es baut sich eine Kontstruktion auf der nächsten auf und Menschen werden in dem Glauben gelassen, sie seien gestört.Wie kann denn bloß Verhalten gestört sein? Es fällt höchstens nicht in die errechnete Norm der Gesellschaft. . .http://mein-leben-und-ich-2012.blogspot.de/2013/06/entstehung-und-folgen-von-diagnosen.html?m=1

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Jordan de Luxe, da hast du völlig Recht.
      Aus genau diesen Gründen entferne ich mich ab dem 2. Kapitel von Freuds Theorien.
      Dennoch gehört diese Theorie zu den Grundlagen der Psychologie.
      Da es sich hier um mein Gedankensystem handelt, kann man auch Weiterentwicklung beobachten.
      Nachdem ich mich mit Freuds Theorien beschäftigt habe, war ich der Meinung, dass ich diese besser außer Acht lasse, da diese nicht in mein Weltanschauungsbild passen.
      Zwar sind diese Theorien als Grundlage legitim und haben Daseinsberechtigung, aber meiner Meinung nach sind sie überholungsbedürftig.

      Löschen
  2. Schön, dass du das so sieht. Ich muss auch gestehen, dass ich nur ein paar Ausschnitte deines Blogs gelesen habe. Ich finde es spannend wie du dich mit den Themen auseinander setzt. Wobei ich manchmal nicht ganz klar habe, was jetzt genau Erfindung und Kreativität ist und was wahr. Aber ich werde mich bei Zeiten mal mehr mit deinem blog beschäftigen. Ich bin selber auch eine kleine Analytikerin und setze mich unglaublich gerne mit menschlichem Verhalten auseinander. Wobei ich eher antipsychiatrische Tendenzen habe. Ich finde Freuds Ansichten klasse aber genau so klasse und spannend wie ich auch Geistergeschichten spannend finde. Ich selber hätte sicherlich 50x in meinem Leben erkranken können und bin es nicht und beschäftige mich eben genau damit. Warum erkranken die einen und die anderen nicht? Vielleicht finde ich noch was spannendes hier. Nach meinen Prüfungen werde ich mir mal die Zeit nehmen und dann wirst du bestimmt noch von mir hören ;-)
    Bye

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ob irgendetwas von dem, was irgendjemand behauptet, wahr oder falsch ist, dazu muss man sich am besten selbst Gedanken machen.
      Ich würde nicht behaupten, dass Referenzen zu irgendeiner Literatur oder Ähnlichem ein Beweis für die Stichhaltigkeit von irgendetwas ist.
      Das ist höchstens eine Erleichertung für diejenigen, die sich an so etwas festhalten und sich keine eigenen Gedanken machen wollen.

      "Ich selber hätte sicherlich 50x in meinem Leben erkranken können und bin es nicht und beschäftige mich eben genau damit."

      Meinst du damit psychische Erkrankungen?

      Löschen
  3. Ich bin nicht der größte Literaturfreak. Durch mein Studium muss ich mich natürlich mit Literatur zu meinen Gedanken beschäftigen und solche suchen, die meine eigenen Gedanken bestätigen. Ich wollte damit nur gerne herausfinden inwieweit du dich tatsächlich wissenschaftlich mit solchen Themen beschäftigst. Immerhin gibst du hier irgendwelche Anleitungen und spielst ein wenig den Psychologen. Bei sowas ist es wichtig sich auch damit auseinanderzusetzen, wer sich da sonst noch mit beschäftigt hat. Und faul finde ich es nicht sich andere Literatur zu suchen, sondern finde es faul wenn man sich nur auf seine eigenen Gedanken bezieht. Sich belege zu suchen erfordert enorm viel Zeit und man muss sich viel mehr noch mit dem eigenem "Gedankensystem" auseinandersetzen.

    Und zu dem Zitat: ja mit psychischen Erkrankungen, dem ganzen Gesundheits- und Krankheitskonstruktionen und eben damit, warum es die einen betrifft (zu erkranken) und die anderen nicht, obwohl wir uns dem selben System unterwerfen.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich glaube wir reden da gerade ein wenig aneinander vorbei...

      Löschen