Dienstag, 30. April 2013

Ich in der Psychiatrie

Ich gebe euch einen Blick hinter die Kulissen.
Etwas, was nichts Atemberaubendes ist, aber dennoch recht interessant für den einen oder anderen sein könnte.
An dieser Stelle möchte ich euch nämlich etwas über meinen stationären Aufhalt in der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Marsberg erzählen.

Dort war ich für etwa 4 Wochen, Ende des Jahres 2010 in "Therapie".
Eine berechtigte Frage an dieser Stelle, ist, warum ich dort war.
Ganz einfach: es gab einige Leute in meinem Umfeld, die mehrere Psychiatrieaufenthalte hinter sich hatten und noch einige vor sich haben und mir ein Bild davon zu machen, was das genau bedeutet, war sehr schwierig.
Abgesehen davon befand ich mich in einer Phase meines Lebens, in der es sehr schwierig für mich war, meinen Weg zu erkennen. Ich wusste nicht wirklich, was ich wollte, etc.
Daher habe ich gehofft, dort würde ich auf Menschen treffen, die mir helfen können, mich selbst besser kennen zu lernen, meine Gedanken weiter zu entwickeln und mir Anstöße zu geben.
Kurz gesagt: ich habe mich selbst eingewiesen.

Obwohl ich dort eine "schöne Zeit" hatte, spreche ich hier von einem Misserfolg, da ein Großteil dieser Hoffnungen sehr schnell zunichte gemacht wurden. Dennoch konnte ich zumindest ein paar Erfahrungen mitnehmen.

(Uninteressant für die meisten, diesen Abschnitt besser überspringen)
Trotzdem bedanke ich mich an dieser Stelle bei folgenden Personen:
bei meiner Mutter, meinem Vater und meiner Schwester, die für mich da waren.
Bei allen Mitpatienten in dem Zeitraum, insbesondere Sandra, Rebecca, Vanessa, Martin, Jens, Tobias,  Jasmin, Miriam und den anderen.
Bei Sandra und Stefanie, die mich besucht haben.
Bei Stefan für viele Telefonate, die mir Kraft gegeben haben.
Bei Sheena, die mir immer zur Seite stand und mir einen ewig langen Brief schrieb...
Und allen anderen, die ich eventuell vergessen habe.
(Ab hier weiterlesen)

Mit meiner Bezugsbetreuerin verstand ich mich persönlich nicht besonders gut, was aufgrund der wenigen Gespräche kein großes Problem war. In diesen Gesprächen redete sie meistens bloß auf mich ein und ich habe sie ignoriert, bis die Zeit um war. Der Grund dafür war, dass ihr Verhalten im Hinblick auf Fairness und Würde gegenüber meinen Mitpatienten meiner Meinung nach nicht angebracht war.
Der für die Station zuständige Therapeut wiederholte sich immer wieder in Sitzungen und gab mir das Gefühl im Dunkeln zu tappen.
(dieses Gefühl bekomme ich komischerweise bei fast allen Menschen dieser Art - dass sie immer wieder etwas wiederholen, das für mich offensichtlich ist oder ohne sinnigen Inhalt, wahrscheinlich, weil sie sich gern reden hören...
Dieses Gefühl bekam ich bei den Gesprächen mit meinem "Studiencoach" auch, weswegen ich nach zwei 45minütigen Sprechstunden keine weitere mehr in Anspruch nahm)
Zum Teil lag das wahrscheinlich aber auch an meiner abwehrenden Haltung ihm gegenüber.

Dies liegt wahrscheinlich weniger an fehlenden Qualifikationen, sondern eher an zunehmender Abstumpfung und Überforderung.

Um das Ganze etwas kürzer zu fassen...
Kurz bevor ich in die KJP (Kinder- und Jugendpsychiatrie) kam, hat mich meine Freundin, die ich zu dem Zeitpunkt hatte nach über einem Jahr verlassen.
In der KJP hatte ich Interesse an einer Mitpatientin. - Wie das eben so ist, wenn man einige Zeit gemeinsam auf relativ kleinem Raum lebt. Darauf ließ sie sich, ebenso wenig wie ich ein. Die Gründe dafür sind nebensächlich. Eine nähere Bindung hatte ich dann noch zu einer anderen Patientin, ein wenig kuscheln, ein paar Bussis, nichts Besonderes. - Allein schon wegen den in der Klinik geltenden Regeln. Aber allgemein nichts von Bedeutung, aber hatte seinen Reiz zur Ablenkung. Nach meiner Entlassung habe ich sie noch ein mal dort besucht. Danach sahen wir uns nie wieder.

Weihnachten verbrachte ich zu Hause, was übrigens sehr schön war.
Silvester verbrachte ich mit erstgenannter Patientin gemeinsam in der Psychiatrie.

Ich habe dort mehr gezeichnet als sonst.
Größtenteils aus Langeweile
Ausblick aus meinem Zimmer...

Ausblick aus meinem Zimmerfenster (es lag Schnee)
Ich hatte ein Einzelzimmer.
Einzelzimmer sind besser. Man hat seine Ruhe, ich konnte machen was ich wollte, schlafen wann ich wollte, duschen, wann ich wollte, etc...
Allgemein habe ich mich von Anfang an sehr vorbildlich benommen, weswegen ich mir nach kurzer Zeit alles erlauben konnte, ohne mich vor den Konsequenzen fürchten zu müssen.
So ließ ich des öfteren mal meine "Pflichten" (wie Fegen oder Sonstiges) sausen, ohne dass es je jemanden interessierte oder riss kleine Witze über Mitpatienten in Anwesenheit der Betreuer, etc.

Die Schule für die Patienten war für mich wenig lehrreich, da alle Patienten einer Altersgruppe zu einer Klasse zusammengefasst wurden und sich der Bildungsstand der anderen Patienten zum allergrößten Teil unter dem meinen befand.
Eine Zeichnung aus dem Unterricht:

Frau auf der Brücke (stark verbesserungswürdig und wurde nie fertig, aber ich hatte auch keine Lust...)
Eine Woche nach Silvester wurde ich mit Absprache des behandelnden Arztes entlassen.
Die meisten von dort, bis auf Rebecca sah ich danach nie wieder. (das stimmt nicht ganz...)
Aber das ist eine andere Geschichte.

Sonntag, 28. April 2013

Psychologen sind Idioten ?! (Kapitel 18)

Weihnachten habe ich morgen überstanden und wie immer war meine hakennasige
Tante wieder sternhagelvoll.
Eigentlich war es ja ganz schön, aber wir waren eben nicht vollzählig. Aber scheinbar hat das niemanden gestört. Die sind bestimmt sogar froh, dass er tot ist.
Niemand sieht gerne die Traurigkeit, die Angst und die Hoffnungslosigkeit eines Depressiven, eines Verrückten... Ja, sie sind froh das er weg ist.
Und ich bin froh, wenn ich wieder hier weg bin.
Ich sehe aus den Fenster, sehe den Schnee, der die Äste des Baumes einhüllt.
Schön sieht er aus, so ganz ohne Blätter, eingefroren und nackt.
Mir kommen die Tränen..., ich habe ihn geliebt, so wie er war, still und einsam in seiner Welt versunken.

Mal wieder kommt mein Bruder ohne an zu klopfen in mein Zimmer und redet los, ohne Luft zu holen. Ich höre nicht zu, denn ich habe noch nie verstanden, was er sagt.
"Morgen bin ich wieder weg", sage ich ohne ihn anzusehen.
"Ja, ich weiß", erwidert er und geht.
Scheiß Familie, scheiß Weihnachten, scheiß Leben, denke ich und muss nun endgültig heulen.
"Kommst du zum Essen?", ruft meine Mutter aus der Küche.
"Ja, ich komme gleich", schreie ich zurück und schon während ich es rufe wird mir schlecht und ich muss ins Bad renne. Nachdem es mir wieder etwas besser geht, sehe ich in den Spiegel und erschrecke mich vor meinem eigenen Spiegelbild. Ich sehe alt aus, dabei bin ich erst 15 Jahre.
Alt und müde, müde vom Leben, müde vom Nachdenken.
Ich sehe auf dem Regal die Schere, sie glänzt und glitzert im Licht der Lampe.
Meine Hand greift nach der Schere. Ich habe keine Angst mehr, keine Gedanken, keine Tränen.
Mit aller Kraft stoße ich mir die Schere in den Bauch und plötzlich fühle ich mich frei.
Der Tod lächelt mir zu, mir wird warm und wohlig.

Weiterlesen? => Psychologen sind Idioten ?! (Kapitel 19)

Donnerstag, 25. April 2013

Psychologen sind Idioten ?! (Kapitel 17)

Als ich die Augen aufschlage, muss ich augenblicklich kotzen.
Ich drehe mich und würge. Mein Magen ist leer und ich erbreche nur eine ekelige Flüssigkeit.
Ich habe fürchterliche Bauchschmerzen... Kommt sicher vom ständigen Kotzen.
Mein Bruder sitzt am Ende des Bettes und sieht mich besorgt an.
"Was guckst du so scheiße?", mecker ich ihn an.
Er steht auf und verlässt das Zimmer.

Ich zwinge mich dazu, mich aufzusetzen.
Auf wackeligen Beinen gehe ich ins Bad um Putzzeug zu holen.
Als ich mit dem Eimer und dem Wischmop in der Hand wieder in mein Zimmer komme, ist meine Mutter bereits dabei sauber zu machen.
"Aber Mama!..."
"Du wirst doch jetzt nicht auch noch krank oder, Liebes?"
Sie schaut zu mir auf.
"Ich denke, ich habe bloß was Falsches gegessen. Den Fraß in dem Scheißverein da kann man ja kaum ertragen."
Sie schüttelt leicht den Kopf und reinigt weiter den Boden.
Ich gehe wieder Richtung Bad, um mich zu waschen...

"Wir feiern mit der ganzen Familie oder gar nicht.", sagte sie immer.
Deshalb muss ich nicht nur meinen Bruder und meine Mutter ertragen, sondern auch noch meine bescheuerten Großeltern und meine Tante mit der Hakennase.

"Wir sind doch eh keine richtige Familie!", schreie ich durch den ganzen Flur.
Keine Reaktion.

Scheiß Weihnachten.

Weiterlesen? => Psychologen sind Idioten ?! (Kapitel 18)

Mittwoch, 24. April 2013

Wartezimmertrauma

Neulich war ich beim Arzt und habe auch mal alle Vorsorgeuntersuchungen über mich ergehen lassen.Was es da nicht alles so gibt! 
Lungenfunktionstest ,für einen Raucher eine super Sache...Großes Blutbild,mir persönlich hätte das kleine auch gereicht, EKG und noch einige andere Sachen ,an denen der Arzt so richtig gut verdient.
Aber das Beste von allem kam dann zum Schluss. Die Darmspiegelung!
Naja, hab ich so gedacht, wenn sogar Prominente ihre Freundin als Date Ersatz dazu einladen, dann kann das ja nicht so schlimm sein. Hat überings mein Hausarzt auch gesagt, gar nicht schlimm, alles ganz easy.
Also hin zum Termin um 11 Uhr am frühen Vormittag.
Gefühlte zwei Stunden sitze ich im Wartezimmer, bis mein Name aufgerufen wird. Zuerst gibt mir eine seltsam aussehende Sprechstundenhilfe, einen Becher mit einer dicken weißen Flüssigkeit.
Mit einer angsteinflößenden tiefen Stimme befiehlt sie: Austrinken!
Ohne mir was dabei zu denken, trinke ich das Zeug und schon fünf Minuten später gleitet mein Blick durch den Raum. Mein einzigster Gedanke ist jetzt, wo ist das verdammte Klo?
Schnell haste ich an der Frau im weißen Kittel vorbei und stehe vor einer verschlossenen Toilettentür. Nach einem kurzem Klopfen dröhnt mir ein "Gleich!!!", entgegen und ich versuche ganz locker auszusehen.

Nach ca. zehn Minuten frage ich nach einer anderen Toilette und die Sprechstundenhilfe sieht mich gennervt an und sagt nur, zwei Stock höher. Unfähig mich noch einen Schritt zu bewegen, stehe ich da und glotze sie an. "Sonst noch was?", fragt sie. Mir fällt echt nichts mehr ein, und ich schleiche, stocksteif, auf mein Innerstes konzentriert, wieder zu der verschlossenen Klotür.
Irgendwann, so eine gefühlte Stunde später, geht die Tür auf und ein kreidebleicher Mann steht vor mir und sieht mich mitfühlend an. Ich reiße ihm die Türklinke aus der Hand und schon sitze ich mit einem lautem Knall auf der Kloschüssel. Noch nie im Leben hatte ich so ein Glücksgefühl. Eine Zeit lang sitze ich so auf dem Klo, da höre ich eine Lautsprecherstimme meinen Namen aufrufen.
Ach ja, ich habe ja einen Termin, fällt mir gerade noch ein und hastig suche ich nach dem Klopapier. Nichts, Nadda, Nothing, alles weg.
Langsam werde ich panisch und suche in meinen Hosentaschen nach einem Taschentuch. Nichts, immer habe ich welche in der Hosentasche, die dann die Waschmaschine vollfusseln, nur heute nicht. Wieder höre ich meinen Namen und ich überlege hektisch was ich tun soll. Meine Socken, ja, das könnte gehen. Die brauche ich ja jetzt eh nicht, ist ja nicht kalt.Gesagt, oder besser gedacht, getan.

Ich stürze aus der Klotür in das Wartezimmer und die Frau im weißem Kittel sagt: wir haben gerade jemanden vorgezogen, weil wir dachten, sie wären schon gegangen. Aber sie kommen dann als nächster dran. Okay,sage ich und gehe zurück auf meinen Stuhl. Neben mir steht eine Pumpkanne Kaffee und ein Teller mit  Keksen.
Ohne mir etwas dabei zu denken ,esse ich einen Keks nach dem anderen, ich habe ja heute noch nichts essen dürfen. Gerade, als ich den letzten Keks zum Mund führe, stürzt die Frau im weißem Kittel auf mich zu und fragt mit angsteinflößender Stimme: sie haben doch nicht etwa die Kekse gegessen und Kaffee getrunken? "Doch?", sage ich verunsichert und schon rennt sie los, um kurz darauf mit einem Plastikbecher wieder zu erscheinen.
Zum zweiten mal befiehlt sie: Austrinken!!
Alles fängt wieder von vorne an und Socken hab' ich auch nicht mehr.
So unauffällig wie möglich schaue ich mir die anderen Leute an und überlege, ob mir wohl jemand ein paar Socken ausleiht.
Vorsorgeuntersuchungen sind nicht schlimm, nur das was davor passiert, kann manchmal zum Alptraum werden. Aber nur wenn man nicht auf alles vorbereitet ist.

Samstag, 13. April 2013

Rieselndes Wasser

Manchmal werde ich von Familien, Freunden oder Bekannten gefragt, warum ich 1-2 Stunden dusche oder bade.

Die Erklärung hierzu ist ganz einfach: Weil ich mich nirgends so wohl fühle wie dort.
Als Hintergrundinformation muss ich hinzufügen, dass ich sehr empfindliche Ohren habe.
Stehe ich unter der Dusche, ist da nichts mehr außer das Plätschern des Wassers und meine Gedanken.
Wenn ich in der Badewanne mit dem Kopf unter Wasser bin, höre ich meinen Herzschlag so deutlich wie sonst nie, das Wasser umschließt mich komplett und ich fühle mich geborgen.
Ich kann mich entspannen und fallen lassen.
Meine einzige Rückzugsmöglichkeit, bei der ich mich "wirklich" regenerieren kann.

Und das kann mir niemand nehmen.

Gedankensystem Teil 11 - Selbstmanipulation und Depressionen

Mit eigenen, großen Bemühungen, Beobachtung und Hilfe von Leuten, die sich gemeinsam mit mir ausgiebig mit diesem Thema "Selbstmanipulation" beschäftigt haben, konnte ich eine direkte Verbindung zu dadurch ausgelösten psychischen Problemen wie Depressionen und anderen Symptomen herstellen.

Klären wir zuerst, was Selbstmanipulation genau ist.
Hierzu empfehle ich ihnen Kapitel 9, da es sich mit Ignoranz und Gleichgültigkeit beschäftigt, was auch Arten der Selbstmanipulation sind.
Ich habe ebenfalls bereits viel über paradigmenbehaftetes Denken geschrieben, worauf ich hier teilweise verweisen werde.

Selbstmanipulation ist das Schaffen einer eigenen Wahrheit, einer Welt, die von der "Realität" abweicht.
Dies geschieht oft unbewusst, um sich selbst vor psychischem Schaden, insbesondere bei Traumata zu schützen.
Verdrängung ist ebenfalls eine Form der Selbstmanipulation.
Die meisten "Verarbeitungsmethoden" von Problemen beruhen darauf.

Das Problem an der Selbstmanipulation ist, dass die neue Sichtweise, die man sich erschafft, durch beispielsweise Verdrängung von Tatsachen (z.B. im Bezug auf Liebe) oder bewusstes Ignorieren der Realität irgendwann nicht mehr von der ursprünglichen "Welt" unterschieden werden kann.
In dem Fall gehen die Informationen meist einfach "verloren", beziehungsweise sie werden an einen Ort verlagert, wo sie nicht zugänglich sind - meist im Unterbewusstsein.

Das Unterbewusstsein macht weitaus mehr des Gesamtbewusstseins aus als das aktive Bewusstsein - also unser Denken.
Somit "verschwinden" also Tatsachen an einen Ort, an dem sie nicht mehr zugänglich sind.
Dennoch sind die, betont Tatsachen vorhanden. Nur nicht im eigenen Paradigma.
Was bedeutet, das Unterbewusstsein gibt aktiv Impulse an das Bewusstsein, die zur "Problemlösung" beitragen sollen.
Im Bewusstsein sind diese Probleme aber längst nicht mehr vorhanden und können auch nicht abgerufen werden.
Bedeutet, man sucht die Ursache der Symptome, aber diese Ursache entziehen wir uns aktiv selbst.

So entstehen Gefühle und Reaktionen ohne in irgendeiner Weise sichtbaren Ursachen.
Die mir bekannten Symptome reichen von Depressionen über Verwirrtheit nach Teilnahmslosigkeit, Persönlichkeitsstörungen im Allgemeinen, bis hin zu multipler Persönlichkeitsstörung durch Spaltung der Paradigmen in Ebenen, extremen Entscheidungsschwierigkeiten, Selbsthass, dem Verlust der Fähigkeit, in irgendeiner Weise Situationen zu analysieren und Probleme zu beseitigen.

Psychologen setzen oft mit Medikamenten an diesen Symptomen an und versuchen dann, eine Ursache für diese Symptome zu finden. Oft scheitern sie genau hier, denn der Patient ist nicht in der Lage, diese irgendwie selbst zu erkennen und der Therapeut ist nicht in der Lage, ohne diese Informationen dem Patient Anregungen zu geben, sich selbst zu helfen.

Die Lösung dieses wirklich prägnanten Problems ist schwierig:
Man muss selbst, am besten in begleitender Therapie herausfinden, in welchen Punkten und inwiefern man sich selbst manipuliert.
Hat man das herausgefunden, muss man genau dort ansetzen und sich die Wahrheit eingestehen, was wirklich das Schwierigste an dem Ganzen ist.
Nur auf diese Weise kann man sich aus seinem eigenen, selbstgeschaffenen Gefängnis befreien.

Denn wenn man nichts dagegen unternimmt, neigt man dazu, sich immer mehr in diese eigene Welt zu verlieren.

Freitag, 12. April 2013

Psychologen sind Idioten ?! (Kapitel 16)

Alles ist noch genauso wie es war, bevor sie mich weggeschickt haben.
Die Poster, das Regal, meine Spieluhr, die mein Vater selbst gebastelt hat, einfach alles, außer...
Das Fenster, das Fenster mit Ausblick in den Garten. Mit Ausblick auf den Baum, der zu dieser Jahreszeit keine Blätter hat, damals hatte er viele rote Blätter.
Hübsch haben sie es gemacht. Mit Blumen, einer neuen Gardine, aber den Ausblick konnten sie nicht verändern.
Ich sehe in den Garten und wundere mich, das ich mich nicht mehr erinnern kann wie schön es hier war. Damals, als alles noch schön war. Als wir noch eine Familie waren. Als mein Vater noch normal war. Als kleines Mädchen habe ich immer auf seinem Schoss gesessen und ihm meine "Kleinmädchensorgen" erzählt und er hat zugehört und weiter aus dem Fenster gesehen, nichts gesagt, nur zugehört. Dachte ich damals, bis ich erfuhr, dass er schwer depressiv und er in seiner eigenen dunklen Welt gefangen war.

Ein lautes Krachen reißt mich aus meinen Gedanken. Mein Bruder kommt ohne Anklopfen in mein Zimmer und grinst mich bescheuert an.
"Was willst du?", schreie ich ihn an.
"Wir wollen den Baum schmücken, kommst du?", fragt er und sieht mich fragend an.
"Ich komme gleich.", sage ich, aber nur um ihn wieder loszuwerden.
Ich sehe wieder aus dem Fenster, starre den Baum an und plötzlich sehe ich einen Schatten. Sehe ich wirklich etwas oder werde ich jetzt endgültig bescheuert?

Es wird schon dunkel und ich reibe mir die Augen bis sie weh tun.
Nochmal wage ich einen Blick in den Garten und was ich jetzt sehe, macht mir solche Angst, dass mir augenblicklich die Luft weg bleibt. Mein Herzschlag rauscht in meinen Ohren, meine Hände zittern und ich schreie so laut, wie noch nie zu vor in meinem ganzen Leben.
Meine Angst ist so groß, sie erfüllt den gesamten Raum und das Zimmer beginnt sich um mich herum zu drehen.
Die Ohnmacht erlöst mich von dieser furchtbaren Angst, ich bin frei...

Weiterlesen? => Psychologen sind Idioten ?! (Kapitel17)

Dienstag, 9. April 2013

Psychologen sind Idioten?! (Kapitel 15)

"Schon wieder so eine Scheiße...", murmel ich zähneknirschend in mich hinein.
Mir ist noch ganz schlecht.
Ich gehe so schnell wie ich kann, ohne dass es wirklich auffällt zu dem Päckchen.
So fest wie ich kann, trampel ich darauf herum.
"Sag mal, bist du irgendwie ein bisschen bescheuert oder so?", fragt mich der blonde Junge.
Er ist mein großer Bruder - Dennis...

Der Engel schlechthin. Mamas Liebling.
Der, der immer alles mit Links schafft - und das hat nichts damit zu tun, dass er Linkshänder ist.
Sein Abitur hat er mit 1,2 abgeschlossen. Streber.
Keine Ahnung was er jetzt macht. Hat mich auch nie wirklich interessiert, was die Dumpfbacke macht. Er versteht mich nicht.

Ich sehe ihn an.
"Du bist der, der bescheuert ist!"
Verwirrt blickt er mich an. "Kleines, was haben sie dir in der Klapse angetan? Wurde dir der Rest von der zu nichts zu gebrauchenden Brühe auch noch aus deinem Kopf entfernt?"
Ich hole aus, um ihn zu schlagen, aber er hält meine Hand fest und lacht.
"Du bist echt behindert, Junge.", fauche ich ihn an, reiße mich los und gehe ins Haus.
"Sagt die Gestörte zum Genie.", ruft er mir hinterher.

Ich werde fast erschlagen von diesem Geruch, als ich durch die Tür komme.
Sofort halte ich mir die Nase zu.
Ist ja nicht so, als wäre ich schon schlecht gelaunt genug.
"Was ist das?!"
Weihrauch. Mama hat vor Kurzem wieder die ganze Bude ausgeräuchert.
Bestimmt extra, weil sie wusste, dass ich komme.
Von wegen "das schlechte Karma vertreiben" und so ein Schwachsinn.
Vielleicht liegt das in der Familie, dass alle ein bisschen bescheuert sind.
Komisch, dass ich normal im Kopf bin.

Es ist recht düster in der gesamten Wohnung. Das liegt möglicherweise daran, dass es draußen schon dämmert und die Energiesparlampen nicht besonders hell leuchten. Bei diesen scheiß Lampen habe ich immer den Eindruck, als würde der Raum noch dunkler, wenn man sie einschaltet.
Das gibt der Umgebung immer diesen zwielichtigen Touch.
Ich fühle mich sofort wohler als in der Psychatrie, wo alles weiß und ausgeleuchtet ist.
Aber irgendetwas bedrückt mich hier. - Das ist mir früher nie aufgefallen.
Ein beklemmendes Gefühl.

Ich drücke die Türklinke zu "meinem" Zimmer herunter.
Als ich langsam die Tür aufdrücke und das Innere erblicke, muss ich, trotz bereits leerem Magen, wieder fast kotzen...

Weiterlesen? => Psychologen sind Idioten ?! (Kapitel 16)

Samstag, 6. April 2013

Kummerkasten repariert

Aufgrund eines mir nicht aufgefallenen, nicht identifizierbaren Fehler seitens der Betreiber, die das Kontaktformular für den Kummerkasten zur Verfügung gestellt hat, war der Kummerkasten für einige Tage nicht erreichbar.

Ich freue mich, euch mitteilen zu können, dass wir das Kontaktformular ausgetauscht haben und jetzt wieder alles funktioniert!

Liebe Grüße, SimSim x3

Dienstag, 2. April 2013

Insektenaugen

Wie soll ich schlafen,
im Dunkeln,
wenn die Gedanken
geflogen kommen,
wie Motten,
riesig,
mit Insektenaugen?
Wenn die Dunkelheit so groß ist?
Und du niemanden wecken kannst?

Psychologen sind Idioten?! (Kapitel 14)

"Da wir ja endlich vollzählig sind, kannst du ja anfangen, Lilly.", sagt Johannes und sieht mich erwartungsvoll an.
Wieso ich? schon wieder? denke ich und verdrehe die Augen.
"Okay, was soll ich denn erzählen?", frage ich leise.
"Du fährst doch morgen nach Hause. Fühlst du dich gut, wenn du daran denkst?"
"Geht so..."
"Etwas ausführlicher geht es nicht?"
"Nein!", schreie ich ihn an und sofort tut es mir schon wieder leid, aber jetzt ist es zu spät.
Ich stehe auf und ohne mich nochmal umzusehen, renne ich in mein Zimmer.
Mein Zimmer? Seltsam, dass ich das denke, eigentlich habe ich schon lange kein eigenes Zimmer mehr...

Die Nacht war lang, gleich werde ich abgeholt, irgendwie habe ich Angst.
Jemand klopft an meine Tür, ich nehme meine Tasche und schon stehe ich meiner Mutter gegenüber.
"Sollen wir sofort fahren?", fragt sie mich, aber nicht mal diese simple Frage verstehe ich wirklich.
"Was, wieso denn nicht? Was hast du denn noch vor?"
"Okay, dann los."
Ungefähr 20 Minuten dauert die Fahrt und das Schweigen im Auto tut fast schon weh.
Dieses Schweigen. Als würde es schreien: Wir haben uns nichts zu sagen!

Eine gefühlte Ewigkeit später hält das Auto an und ich sehe mir das Haus, in dem ich so lange gewohnt habe, an.
Es erscheint mir so groß, kalt und irgendwie fremd.
Plötzlich geht die Haustür auf und in der Tür steht ein grosser blonder Junge.
Den hatte ich ja schon fast wieder verdrängt. Diesen Idioten gibt es ja auch noch.
"Hallo.", sagt er und ich weiss nicht, ob mir von der Fahrt so schlecht ist..., aber augenblicklich muss ich kotzen.
Nach einer halben Ewigkeit Rumgekotze, sehe ich es.
Es steht genau neben der Haustür.

Das Päckchen mit meinem Namen drauf.
Auf dem Päckchen steht: "von Florian".

Weiterlesen? => Psychologen sind Idioten ?! (Kapitel 15)

Montag, 1. April 2013

Psychologen sind Idioten?! ( Kapitel 13 )

Wie gebannt starre ich aus dem Fenster.
Es klopft an der Tür.
Ich schrecke auf und sehe mich um, schaue wieder aus dem Fenster.
Er hängt dort immer noch.
Langsam öffnet sich die Tür und jemand tritt ein.
"Lilly...", flüstert Daniela, eine Mitpatientin, meinen Namen.
Ich höre es, ignoriere es aber.
Sie berührt mich an der Schulter.
"Lilly!"
"Was ist denn?!", raune ich sie an.
Sie späht aus dem Fenster und versucht zu erkennen, wonach ich Ausschau hielt.
Eine Sekunde später steht sie vor mir und ich sehe in ihr Gesicht.
"I-i-ich..."
"Hör auf mit dem Gestotter und sag mir, was du willst!"
"M-m-echthild hat gesagt, ich so-soll dich zur A-a-abendbesprechung holen, weil du nicht kommst."

Das hatte ich ganz vergessen...
Wieder dieses dumme Gelaber.
Jeden Tag das Selbe.
Jeder erzählt, was er den Tag so gemacht hat und wie es ihm geht, bla bla bla.
Wenn es einem scheiße geht, heißt es: "Willst du drüber reden?", sagt man "Nein." ist das auch in Ordnung.
Ich verstehe zwar nicht, wozu das gut sein soll, aber egal.

Ich höre, wie die Tür hinter mir zufällt.
Daniela ist längst gegangen.
Sie ist... unheimlich. Sagt kaum was, schminkt sich wie eine Gothic-Tussi...
Aber sie wirkt harmlos. Auch, wenn irgendetwas an ihr mein Interesse weckt.

Was viel wichtiger ist: ich muss endlich meine Anfälle unter Kontrolle bekommen. Und zwar ohne Medikamente. Keiner darf merken, dass ich sie nicht nehme.
Morgen geht's zu Mama...
Dann sehe ich meinen Bruder.
Er ist ein Idiot.
Langsam stapfe ich den Gang entlang zu der Couch, wo die gesamte Gruppe wartet.

Sie gaffen...


Weiterlesen? => Psychologen sind Idioten ?! (Kapitel 14)

Zitat oder nicht Zitat?!

Und es werden kommen, jene Zeiten,
wo Äußerlichkeiten nichtig werden
und Freunde erkennt man nur
noch an deren Stimmen
hoffentlich sind diese in den Gemütern
und Gedanken gut genug eingeprägt,
damit man deren Worte versteht.