Donnerstag, 28. Februar 2013

Psychologen sind Idioten?! (Kapitel 12)

Sie lässt mich los und plötzlich wird mir eiskalt.
"Also dann, bis morgen", sagt sie und streicht mir nochmal über mein Haar.
Ich stehe neben Johannes und spüre den salzigen Geschmack auf meinen Lippen.
Weine ich?... Warum?
Ich haste zur Tür und renne in mein Zimmer, endlich allein.
Hektisch durchsuche ich die Kommode, da ist es ja, mein Taschenmesser, gut versteckt.
Unaufhörlich laufen mir die Tränen über das Gesicht.
Das starke Brennen; die warme Flüssigkeit an meinem Bein...
Eine Erlösung, ich kann mich wieder fühlen, ich bin noch da, ich lebe, ich bin...

"Lilly?", das ist die Stimme von Mechthild, meiner Betreuerin.
Hektisch ziehe ich meine Hose hoch und verstecke das Messer wieder in der Schublade.
"Ja!?, was ist denn?"
Schon steht sie im Raum und lächelt mich an.
"Na, fährst du morgen nach Hause?"
"Denke schon", antworte ich ohne sie anzusehen. Eigentlich mag ich sie ja, diese kleine, dicke, immer fröhliche Frau.
"Möchtest du darüber reden?", fragt sie und sieht mich erwartungsvoll an.
"Nein, eigentlich nicht oder müssen wir?"
"Nur wenn du willst. Du weißt ja wo ich bin", sagt sie und geht.

Mein Blick schweift durchs Zimmer und bleibt an dem großem Baum vor dem Fenster hängen. Mir wird plötzlich ganz heiß und dieses furchtbare Rauschen in meinem Kopf...
Eigentlich sollte ich jetzt Johannes rufen, aber ich bin nicht in der Lage meinen Blick von dem Baum abzuwenden.

Der Wind lässt einen leblosen Körper hin- und herschwingen.
Der Regen durchnässt seine Jacke, seine Augen sind aus den Höhlen hervorgetreten.
Dieser furchtbare Schrei, er verfolgt mich in all meinen Träumen, er ist immer in meinem Kopf.
Der Schrei meiner Mutter, als sie aus dem Fenster sah.

Weiterlesen? => Psychologen sind Idioten ?! (Kapitel 13)

Montag, 18. Februar 2013

Psychologen sind Idioten?! (Kapitel 11)

Ich schließe die Augen.
Dieses Rauschen in meinen Ohren wird immer lauter.
Dann wird es leise...

Plötzlich spüre ich ein unglaublich schmerzhaftes Stechen in meinen Kopf.
Ich öffne die Augen und sehe sie an.
Alles ist plötzlich so klar.
Blut quillt aus ihren Augen - nein, sogar aus alle ihren Körperöffnungen.
"Worauf wartest du, Schwachkopf?", sage ich zu mir selbst.
Ich packe die Schere so fest, dass meine Hand anfängt zu zittern.
Langsam gehe ich auf meine Mutter zu.

Ich will ihren leblosen Körper sehen.
Ihre Schreie hören.
Sie an die Wand nageln.
Ich will ihr ihre Gedärme aus ihrem widerlichen Körper reißen, ihr verdorbenes Herz aus ihrer Brust reißen, es in meiner Hand halten und es zerdrücken.
Ich will sie leiden sehen.
So sehr...

Meine Sicht verschwimmt.
Warum muss ich nur schon wieder heulen?
Ich bin... schwach... jämmerlich...

Sie umarmt mich fest und ich lege meinen Kopf auf ihre Schulter.

Ich hasse sie.
Und trotzdem liebe ich sie irgendwo... - meine Mutter.

"Ja, du musst.", sagt sie liebevoll und streicht mir zärtlich eine Träne von der Wange.

Die Schere fällt zu Boden und ein paar einsame Bluttropfen folgen ihr.

Weiterlesen? => Psychologen sind Idioten ?! (Kapitel 12)

Sonntag, 3. Februar 2013

Sternenwanderung

Laß die Sonne los
und geh einfach über die Milchstrasse,
entlang der Venus,
streife den Mars,
verdräng den grossen Pluto,
und
fahre mit dem kleinen Wagen
einfach zum Mond
um ihn um Rat zu fragen
bis er nur noch mit einem Auge lacht.
Doch die Erde dreht sich weiter im Kreis
und du stehst da,
immernoch zögernd
mit der Sonne im Arm,
fest umschlossen,
die Sterne blinzeln dir zu.

Angstschrei

Ich hör dich schrein in der Nacht,
du hast wie alle Anderen über ihn gelacht
nicht weiter nachgedacht.
Die Dunkelheit in dir,
wie ein Stück zerrissenes Papier,
nie verstummendes Stimmengewirr

Ich hör dich schrein in der Nacht,
hast Stunden in der Dunkelheit deiner Seele zugebracht
die Angst in dir, sagt niemals " Wir"

Ich hör dich schrein in der Nacht,
bin aufgewacht, hab an dich gedacht,
und so wie früher, über deine Ängste ,nur gelacht.
Die sieben Sünden nagen weiter an dir,
ich weiß, das ich dich bald für immer verlier

Ich hör dich schrein in der Nacht,
hab geweint und gelacht,
hab niemals über deine Ängste nachgedacht
und nie gefragt,wer über unsere Träume wacht.

Ich hör dich schrein in der Nacht
ich weiß,
auch dieser Schrei ist irgendwann vorbei.
.